Operationen mit „da Vinci“

Operationen mit „da Vinci“


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Es klingt nach Science-Fiction, ist aber in immer mehr Krankenhäusern bereits gängige Praxis: Roboterassistierte minimalinvasive OPs („Schlüssellochchirurgie“) haben sich in den zurückliegenden 15 Jahren von einem Nischenverfahren zu einer etablierten Methode entwickelt.

Vor allem in der Krebstherapie in der Urologie, etwa bei der Entfernung der Prostata, der Blase sowie bei Eingriffen an der Niere, aber auch bei Inkontinenz-Operationen verdrängt diese moderne Technik zunehmend die bisherigen endoskopischen oder offenen Operationen. Das im Albertinen-Krankenhaus dafür eingesetzte hochmoderne „da Vinci“-System besteht aus drei Komponenten: einer Konsole, einer zentralen Recheneinheit und dem mechanischen mehrarmigen Operationsturm. Denn der Arzt befindet sich im Gegensatz zu herkömmlichen chirurgischen Eingriffen nicht unmittelbar beim Patienten, sondern steuert die OP von der Konsole aus mit kleinen Finger-Joysticks – millimetergenau und zitterfrei. Das System unterstützt ihn durch eine hochauflösende 3D-Sicht mit bis zu 10-facher Vergrößerung des Operationsfeldes, so dass selbst feine Strukturen wie Nerven und Gefäße genau zu sehen sind und der Operateur auf engstem Raum zielsicher hantieren kann, als hätte er zehnmal so viel Platz.

Dr. Henrik Zecha Chefarzt der Klinik für Urologie und Uroonkologie im Albertinen-Krankenhaus

„Die winzigen Instrumente an den Enden der Roboterarme können in sieben Freiheitsgraden bewegt werden – mehr als die der menschlichen Hand“, erklärt Dr. Henrik Zecha, Chefarzt der Klinik für Urologie und Uroonkologie im Albertinen-Krankenhaus. Er ist auch als Ausbildungsoperateur dieser Operationsmethode national und international im Einsatz. „Bei der Entfernung der Prostata beispielsweise ist das Operationsgebiet sehr eingeengt. Auch befinden sich hier Nerven, die die Erektion und die Schließmuskeln an der Harnröhre beeinflussen“, sagt Dr. Zecha. „Daher eignet sich für solche relativ komplizierten urologischen Eingriffe das roboterassistierte Operationssystem besonders gut.“ Es kombiniert gewissermaßen die Vorteile der endoskopischen Chirurgie mit 3D-Visualisierungstechniken und einzigartigen Bedienmöglichkeiten. Und ganz wichtig dabei: Der Operationsroboter ist im Grunde gar keiner, denn er kann nicht programmiert werden und auch keine eigenständigen Bewegungen ausführen. Er assistiert lediglich, indem er die Hand- und Gelenksbewegungen des Arztes in Echtzeit präzise umsetzt. So ist maximale Sicherheit gegeben.

„Im Albertinen-Krankenhaus stehen dem Patienten selbstverständlich aber auch verschiedene offene und herkömmliche minimalinvasive chirurgische Verfahren zur Verfügung“, ergänzt Dr. Zecha. „Welche Behandlungsoptionen letztlich in Frage kommen, hängt nicht zuletzt von seinen persönlichen Präferenzen ab.“

Bildquellen: © Bertram Solcher (oben), © Albertinen (unten)

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