Bauch

Sommer, Sonne, Magen-Darm-Infekt

Sommer, Sonne, Magen-Darm-Infekt


Image

Viele lieben Sommerwetter. Magen-Darm-Infekte mag dagegen niemand. Doch genau diese nehmen bei Hitze wieder zu. Grund für Durchfallerkrankungen sind meist krankmachende Darmbakterien, die sich bei warmem Wetter besonders wohlfühlen. So machen Sie den Erregern den Garaus!

Übelkeit, Erbrechen und starker Durchfall können einem schöne Sommertage so richtig verhageln. Bei den meisten Betroffenen ist der Magen-Darm-Infekt nach kurzer Zeit überstanden. „Es gibt jedoch auch schwerere Verläufe, die mit hohem Flüssigkeitsverlust und einer Elektrolytstörung einhergehen“, sagt Prof. Dr. Andreas de Weerth, Gastroenterologe und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg.

Campylobacter - ein häufiger Erreger von Durchfallerkrankungen

Besonders oft Schuld an schweren nahrungsmittelbedingten Magen-Darm-Infekten ist ein Bakterium namens Campylobacter. Die dadurch verursachte Entzündung, die Campylobacter-Enteritis, ist mit 60.000 bis 70.000 übermittelten Fällen pro Jahr die häufigste bakterielle meldepflichtige Krankheit in Deutschland. Hauptansteckungsquelle sind mit dem Bakterium belastete Lebensmittel, vor allem Hühnchenfleisch und Rohmilch. „Der Klassiker im Sommer ist, dass die Menschen mit ihrem Handgrill an den Strand oder in den Park fahren und das mitgebrachte Hühnchen stundenlang ungekühlt gewesen ist oder nicht richtig durchgegrillt wird. Die Bakterien haben so beste Überlebenschancen“, erklärt der Chefarzt. Bis die Entzündung ausbricht, kann es zwei bis fünf Tage dauern. Dann kommen Fieber, starke Bauchschmerzen, nicht selten sogar blutiger Durchfall. „Fieber und blutiger Durchfall sind Alarmsymptome“, so de Weerth. Eine medizinische Behandlung, auch immungeschwächter Menschen, ist dann wichtig. Vor allem Babys und Kleinkinder verlieren schnell viel Flüssigkeit, was gefährlich werden kann.

Nach dem Infekt besser auf Rohkost und Milch verzichten

Durch vermehrten Flüssigkeitsverlust gehen dem Körper Wasser und wertvolle Salze – Elektrolyte – verloren. „Früher gab es den Tipp, nach einer Durchfallerkrankung Salzstangen zu essen und Cola zu trinken, was aber aufgrund des sehr hohen Zuckergehalts nicht die beste Lösung ist. Heutzutage gibt es in der Apotheke Elektrolytlösungen, die ich eher empfehlen würde“, sagt der Gastroenterologe. Übrigens: Rohkost wird nach einem Magen-Darm-Infekt nicht gut vertragen. Auch auf Vollmilch sollte man zunächst besser verzichten. Der Dünndarm verliert durch die Erkrankung die Fähigkeit, diese zu verarbeiten. Das kann mitunter bis zur vier Wochen andauern. „Reis, Kartoffeln, pürierte Banane und Zwieback kann der Magen-Darm-Trakt hingegen gut verwerten.“ 

Tipps gegen Magen-Darm-Erkrankungen im Sommer

1. Vor dem Kochen Hände waschen.

2. Fleisch, insbesondere Hühnchen und Hackfleisch, stets durchgaren!

3. Küchenhygiene einhalten: Verwendete Schneidebretter und Messer gut säubern. Ein    Schneidebrett aus Plastik ist übrigens nicht hygienischer als eines aus Holz.

4. Im Supermarkt gekaufte Rohmilch und Rohmilchprodukte bei großer Hitze in einer Kühltasche nach Hause transportieren.

5. Eier aufgrund der Salmonellengefahr im Hochsommer möglichst nicht roh verzehren.


 Beitragsbild: © SizeSquare's shutterstock

Print Friendly, PDF & Email