Inklusions-Lotsinnen an Ihrer Seite

Inklusions-Lotsinnen an Ihrer Seite


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Ein Klinik-Aufenthalt ist oft mit Ängsten und Unsicherheit verbunden – gerade für Menschen mit komplexen Behinderungen. Im Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf begleiten Inklusions-Lotsinnen die Patient:innen und vermitteln Sicherheit. Lotsin Nicole Hasselberg berichtet von ihrer Arbeit.

Inklusions-Lots:innen sind dafür da, auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit komplexen Behinderungen während ihres Krankenhausaufenthalts einzugehen. „Kürzlich haben wir einen Epilepsie- Patienten mit einer geistigen Behinderung betreut, der nicht sprechen kann. Zur Beruhigung muss er immer etwas in der Hand halten – auch während des Schlafs. Das sollte natürlich jeder wissen, der im Krankenhaus mit ihm zu tun hat“, stellt die Pflege-Expertin anschaulich dar. 

Betreuung vor, während und nach dem Krankenhausaufenthalt 

„Wenn wir erfahren, wer zu uns kommen wird, bereiten wir die Aufnahme schon im Vorfeld vor, machen auch Hausbesuche und lernen die Menschen bereits in ihrer Lebenswelt kennen.“ Entsprechend sieht Nicole Hasselberg ihre Patient:innen gleich bei der Anmeldung im Krankenhaus wieder und kommt über den gesamten Aufenthalt hindurch regelmäßig auf die Station, um nach ihnen zu sehen. Ebenfalls begleitet sie die Entlassung und fragt nach, ob es noch offene Fragen gibt. 

Gut vorbereitet auf besondere Herausforderungen 

Insgesamt nimmt die Zahl der Patient:innen mit komplexen Behinderungen zu. Überdurchschnittlich häufig sind sie von zusätzlichen körperlichen und psychischen Störungen betroffen. Pflegerische, diagnostische und therapeutische Prozesse gestalten sich aufgrund des speziellen und erhöhten Hilfebedarfs oft schwieriger, langwieriger, komplexer und ressourcenaufwendiger. Die Inklusions-Lots:innen sind Teil einer Reihe von Veränderungen, die die stationäre Versorgung von Menschen mit Behinderung verbessern sollen. Dazu hat das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf den bundesweit ersten Qualitätsvertrag abgeschlossen. Durch Lehrgänge werden die Mitarbeitenden zum Beispiel gezielt auf die Kommunikation mit Menschen mit Behinderung (Leichte Sprache, Unterstützende Kommunikation) vorbereitet sowie zu bestimmten medizinischen Fragen und optimierten Abläufen (zum Beispiel kurze Wartezeiten) geschult. 

Mehr Teilhabe – weniger Angst 

Bei den Patient:innen sollen auf diese Weise Verständnis, Teilhabe, Selbstbestimmung und informierte Entscheidungen ermöglicht werden. Die Maßnahmen tragen unter anderem dazu bei, dass Patient:innen weniger Angst haben und einer Untersuchung zustimmen. „Der Epilepsie- Patient etwa hat sich nach langer Zeit wieder einmal Blut abnehmen lassen. So konnte die Medikation angepasst werden. Er ist jetzt wieder agiler“, freut sich Inklusions-Lotsin Hasselberg.


Beitragsbild: © Heike Günther

 
 
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