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Wenn die Schilddrüse „durchdreht“: Morbus Basedow

Wenn die Schilddrüse „durchdreht“: Morbus Basedow


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Kleines Organ, große Wirkung: Eine Fehlfunktion unserer Schilddrüse kann den ganzen Organismus aus dem Gleichgewicht bringen. Besonders verzwickt: Bei einer Autoimmunerkrankung wie Morbus Basedow richtet sich das Abwehrsystem gegen die eigene Schilddrüse. Die Symptome sind vielfältig, aber gut zu behandeln.

Geformt wie ein Schmetterling sitzt die Schilddrüse im vorderen Halsbereich und steuert Stoffwechselfunktionen, Wachstum und Energiehaushalt. Sie produziert lebenswichtige Hormone, die im ganzen Körper ihre Wirkung entfalten, Herz und Kreislauf antreiben, unsere Verdauung beschleunigen und sogar unsere Stimmung beeinflussen. 

Hormone außer Kontrolle 

Eine Autoimmunerkrankung wie Morbus Basedow sorgt dafür, dass im Körper ein hormonelles Chaos ausbricht: „Herzrasen, Zittrigkeit, Gewichtsverlust trotz guten Appetits und Schlafstörungen können typische Anzeichen einer Schilddrüsenfehlfunktion sein“, so Prof. Dr. Ernst von Dobschütz, Chefarzt am Zentrum für Endokrine Chirurgie und Ärztlicher Direktor am Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus

Wenn die Schilddrüse sich selbst angreift 

„Wie der Name schon sagt, greift der Körper bei einer Autoimmunerkrankung irrtümlich sein eigenes Gewebe an. Die körpereigenen Abwehrzellen bilden fälschlicherweise Antikörper gegen Teile der Schilddrüse“, erläutert Prof. Dr. von Dobschütz. „Das treibt die Drüse an, verstärkt Hormone zu produzieren. Es kommt zur Überfunktion (Hyperthyreose). Die Schilddrüse arbeitet mehr, als sie eigentlich sollte. 

Diagnose und erste Schritte der Behandlung 

„Bei Verdacht auf Morbus Basedow nimmt der Arzt oder die Ärztin Blut ab und lässt die Menge der Schilddrüsenhormone darin bestimmen. Typischerweise ist deren Konzentration zu hoch. Ein deutliches Indiz für die Erkrankung ist darüber hinaus der Nachweis von bestimmten Antikörpern im Blut. Im Anschluss wird eine Ultraschalluntersuchung gemacht, um zu sehen, ob sich die Schilddrüse vergrößert hat“, erläutert Prof. Dr. von Dobschütz. Zur unmittelbaren Behandlung stehen hormonhemmende Präparate zur Verfügung. „Diese sollten jedoch nicht länger als ein Jahr eingenommen werden, da sie Leber und Immunsystem belasten“, warnt er. Die gute Nachricht: Bei vielen Patient:innen reguliert sich die Schilddrüse nach der Einnahme wieder! 

Operation und Radiojodtherapie 

Tritt jedoch keine Besserung ein, so muss über eine Operation oder eine sogenannte Radiojodtherapie nachgedacht werden. „Die Entscheidung, welche Form der Behandlung die richtige ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer behandelnden Ärztin.“ Bei der Radiojodtherapie wird eine Kapsel mit radioaktivem Jod eingenommen, die das angegriffene Gewebe von innen zerstört. Während einer OP wird jedoch das komplette Schilddrüsengewebe entfernt, Patient:innen müssen lebenslang Ersatzhormone einnehmen. Jedoch sei die Chance, erneut zu erkranken, gleich null.

 

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Beitragsbild: © Kateryna Kon/shutterstock

 
 
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