WOHL BEKOMMT’S! ODER?

WOHL BEKOMMT’S! ODER?


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Wenn bei Kindern nach dem Essen Hautausschlag oder Bauchschmerzen auftreten, kann das ein Anzeichen für bestimmte Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten sein.

Was haben wir falsch gemacht?“ „Hätten wir sie anders ernähren sollen?“ Über die Gesundheit ihrer Kinder verunsicherte Eltern bekommt Dr. Christoph Kemen oft zu Gesicht. Und stets begegnet der Pädiater und Allergologe am Katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift ihnen mit Verständnis. „Warum das eine Kind eine Unverträglichkeit oder Allergie gegenüber bestimmten Lebensmitteln hat und das andere nicht, kann niemand genau sagen. Es kann genetisch bedingt sein oder an einem Enzymmangel im Darm liegen.“ 

Oft behebe sich das Problem auch von selbst: „Am häufigsten sind Milch- und Eiallergien in den Lebensjahren eins und zwei, die sich aber häufig schon im Vorschulalter durch Toleranz zurückbilden. Auch Unverträglichkeiten können mit der Zeit besser werden oder ganz verschwinden.“ 

Unverträglichkeiten und Allergien diagnostizieren 

„An erster Stelle steht die Anamnese“, sagt Dr. Kemen. Dies beginnt mit einem ausführlichen Gespräch zu den verdächtigten Lebensmitteln und die Reaktionen darauf. Darauf folgen gegebenenfalls weitere Untersuchungen. „Wir können das Blut auf spezielle Antikörper überprüfen, einen klassischen Allergie-Hauttest durchführen oder den H2-Atemtest anwenden.“ In letzterem trinkt das Kind eine mit Milch- oder Fruchtzucker versetzte Lösung, um anschließend den Wasserstoffgehalt im Atem messen zu können. Stets sind die Dosierungen klein genug, um Reaktionen erkennbar, aber ungefährlich ausfallen zu lassen. 

Behandlung à la carte 

Liegt eine Diagnose vor, müssen zunächst die entsprechenden Lebensmittel im Speiseplan überprüft werden. Hierbei helfen Zutatenlisten, die Allergene hervorheben. „Bei einer Unverträglichkeit ist eine kleine Dosis oft noch zu vertragen. Allergien aber können schon durch geringe Mengen des Auslösers schwere Reaktionen hervorrufen“, weiß der Mediziner. Ob sich das Ganze von vornherein vermeiden lässt? „Nicht sicher“, antwortet Dr. Kemen, „aber die Wahrscheinlichkeit lässt sich gegebenenfalls verringern. Das Kind vier Monate voll zu stillen und dann langsam mit Beikost zu versorgen, beugt Infektionen und Allergien vor.“ Auch sollte nicht unbegründet auf bestimmte Lebensmittel verzichtet werden, selbst wenn die Eltern ihrerseits darauf allergisch sind. „Neben einer Immunreaktion (also Allergie) kann das auch zu einem Nährstoffdefizit oder zu Entwicklungsstörungen führen“, mahnt der Kinderarzt.

Die 14 Hauptallergene in Lebensmitteln Sie müssen in Zutatenlisten optisch hervorgehoben werden.

• Glutenhaltiges Getreide
• Krebstiere
• Fisch
• Weichtiere
• Eier
• Erdnüsse
• Sesamsamen
• Lupinen
• Soja
• Sellerie
• Senf
• Schwefeloxid und Sulfite
• Schalenfrüchte
• Milch und Laktose

Was tun bei allergischem (anaphylaktischem) Schock?

Ist die Immunreaktion auf ein Allergen besonders drastisch, spricht man von einem anaphylaktischen Schock. Dies kann sich in Form von Schnupfen, Nesselausschlag, geröteten Augen oder Atemwegsproblemen äußern. Werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, können Schwindel, Atemnot und Bewusstseinsstörungen bis hin zur Ohnmacht die Folge sein.

So reagieren Sie richtig:
• Notarzt verständigen
• Ruhe bewahren
• Kind beruhigen
• Kind in geeignete Position bringen (bei Schwindel und Kreislaufstörungen Rückenlage mit erhöhten Beinen, bei Ohnmacht stabile Seitenlage)

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
https://www.kkh-wilhelmstift.de/fachbereiche-experten/paediatrie-im-ueberblick/allergologie/


Beitragsbild: © Oksana-Kuzmina / shutterstock


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