„DER ZAHN DER ZEIT NAGT“

„DER ZAHN DER ZEIT NAGT“ 


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Wenn die Beine versagen, kann die Ursache in der Wirbelsäule liegen. Der altersbedingte Knochendruck auf Nerven und Blutgefäße nennt sich Spinalkanalstenose – und ist behandelbar.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Die Spinalkanalstenose ist eine altersbedingte Einengung des knöchernen Kanals in der Wirbelsäule, in dem die Wirbelsäulennerven verlaufen. Bandscheiben – die „Stoßdämpfer“ zwischen den Wirbeln – verschleißen im Laufe der Jahre und werden weicher und flacher. Der Körper versucht dies durch zusätzliche Knochenanlagerungen auszugleichen. Wenn diese aber auf die Nerven drücken oder ihre Durchblutung verschlechtern, kann es schmerzhaft werden. 

Was hat Spinalkanalstenose für Symptome? 

Bemerkbar macht sich die Spinalkanalstenose zunächst durch Kribbeln, Gefühlsstörungen und später durch Schmerzen und Versacken der Beine. Betroffene Patienten spüren meist nach 50 bis 100 Metern Fußweg Schmerzen in den Beinen, die sie durch eine Sitzpause oder das Beugen nach vorne lindern. Beim Beugen werden die Wirbelsäulennerven besser durchblutet und somit entlastet. 

Lässt sich die Spinalkanalstenose verhindern?

„Jein“, sagt Dr. Erik Fritzsche, Chefarzt des Albertinen Wirbelsäulenzentrums an den Standorten Albertinen Krankenhaus und Evangelisches Amalie Sieveking Krankenhaus. „Es handelt sich nicht um eine echte Erkrankung, sondern um ein altersbedingtes Phänomen, das jeden Menschen betrifft. Es ist der Zahn der Zeit, der an uns nagt.“ Dennoch sei es hilfreich, den Rücken aktiv und fit zu halten: „Helft euch selbst“, rät er seinen Patienten. „Immer in Bewegung sein, die Muskeln aktivieren, Sauerstoff und Stoffwechsel in Gang bringen, gibt dem Rücken langfristig Kraft und Resilienz. Und wenn es nur fünf Minuten am Tag sind.“ 

Wie wird Spinalkanalstenose behandelt?

Eine universelle Antwort gibt es laut Dr. Fritzsche nicht. „Wir sprechen das mit jedem Patienten ab, um die individuell beste Lösung zu finden.“ Grundsätzlich aber erhalten Patienten mit den Symptomen zunächst eine Schmerztherapie und ein Bildgebungsverfahren wie ein Röntgenbild zur Diagnose. Wird eine Spinalkanalstenose festgestellt, wird sie konservativ in Form von Krankengymnastik behandelt. Bleibt die Linderung aus, kommt ein chirurgischer Eingriff infrage, die sogenannte mechanische Erweiterung. „Überschüssiges Knochen- und Bändergewebe, das Nerven und Durchblutung einschränkt, wird unterm Mikroskop mit einem Bohrer entfernt. Man kann es sich vorstellen wie beim Zahnarzt. Bis das Gewebe nachwächst, dauert es meistens 20 bis 30 Jahre.“ Mit ca. 300 Eingriffen dieser Art im Jahr ist die mechanische Erweiterung ein Routineeingriff am standortübergreifenden Albertinen Wirbelsäulenzentrum. 

Die Behandlung von Spinalkanalstenose erfolgt hier: 

  • Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf 
  • Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg 
  • Albertinen Krankenhaus 
  • Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus 
  • Facharztklinik Hamburg
  • Kath. Marienkrankenhaus 
  • Krankenhaus Tabea 

Beitragsbild: © Immanuel Albertinen Diakonie

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