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Die beste Tablette ist Sport

Die beste Tablette ist Sport



Herzinfarkt, Schlaganfall, koronare Herzerkrankung – mit fast 40 Prozent sind die meisten Todesfälle in Deutschland auf Herz- Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Dabei können wir alle das Risiko mit einem einfachen Mittel mindern: Bewegung.

Unser Herz und die Blutgefäße leisten jeden Tag eine unglaubliche Arbeit. Mit durchschnittlich 70 bis 80 Schlägen pro Minute pumpt das Herz vier bis sechs Liter Blut durch den Körper, das uns mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Damit es das bis ins hohe Alter leisten kann, muss es gut gestärkt sein. „In unserer Sitz-Gesellschaft bewegen wir uns jedoch zu wenig, deswegen nehmen die Wohlstandserkrankungen, zu denen auch Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems gehören, seit Jahren zu“, weiß Prof. Dr. Karsten Sydow, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Albertinen Krankenhaus. Was dagegen hilft? Körperliche Aktivität! 

Langsam anfangen und stetig steigern

„Bereits dreimal die Woche dreißig Minuten Training, das fordert und anstrengt, senkt das Risiko“, sagt Prof. Dr. Herbert Nägele, Leitender Arzt Department Herzinsuffizienz und Devicetherapie. Patient:innen, die bereits Herz-Kreislauf- Beschwerden haben, empfiehlt der Arzt, sich vorher einmal durchchecken zu lassen und abzuklären, wie viel Aktivität für sie sinnvoll ist. „Für alle gilt: Kleinschrittig anfangen und das Aktivitätslevel langsam steigern“, rät Prof. Sydow. Ein Anfang wäre, ein kleines Stück des Arbeitsweges zu Fuß zurückzulegen oder für eine Etage die Treppe statt des Aufzugs zu nehmen. „Mit kleinen Veränderungen im Alltag lassen sich so relativ schnell positive Effekte erzielen“, sind sich die Experten einig. Und: „Es ist nie zu spät, anzufangen. Jedes Herz profitiert von mehr Bewegung.“ 

Am Ball bleiben 

„Wie die medikamentöse Behandlung der Erkrankungen ist auch die körperliche Aktivität eine Dauertherapie“, fasst Prof. Nägele zusammen. Es reiche nicht, vier Wochen etwas zu tun. „Die Zeit sollten wir uns bewusst nehmen. Das sage ich auch meinen Patient:innen. Und wenn ich damit achtmal auf taube Ohren stoße, die zwei, die ich motiviere, sind so wichtig“, führt Prof. Sydow aus. Denn durch die regelmäßige Bewegung können teilweise Medikamente wie Cholesterin- oder Bluthochdrucksenker reduziert oder sogar ganz weggelassen werden. Zudem wirke sich die Aktivität positiv auf Beweglichkeit, Koordination und Gewicht aus. Man kann also gar nicht euphorisch genug sein, Bewegung zu propagieren“, resümieren die beiden Ärzte.

5 TIPPS - Bewegung zur Gewohnheit machen 

  1. Kleine Ziele setzen: Fangen Sie beispielsweise an mit „Heute gehe ich 15 Minuten schnell spazieren“ oder „Ich nehme für eine Etage die Treppe statt des Aufzugs“.
  2. Motivation finden: Suchen Sie sich Aktivitäten, die Sie gerne machen. Manchmal hilft auch ein bisschen Wettbewerb, suchen Sie sich also einen Trainingspartner oder nutzen Sie einen Schrittzähler.
  3. Feste Zeiten: Strukturen erleichtern den Aufbau von Gewohnheiten. Legen Sie deswegen Zeiten für sich fest, zu denen Sie sich körperlich betätigen wollen.
  4. Gemeinsam geht’s leichter: Suchen Sie sich Gleichgesinnte, mit denen Sie sich verabreden, oder feste Sport-Kurse.
  5. Einmal durchchecken: Vor der Wiederaufnahme regelmäßiger körperlicher Aktivität sollte sich jeder/jede einmal ärztlich untersuchen lassen.
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Beitragsbild: © sutadimages/shutterstock

 
 
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