Dupuytren: OP für verkrümmte Finger

Dupuytren: OP für verkrümmte Finger


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Der Prozess war ein schleichender, der sich über mehrere Jahre hinzog, erzählt der 63-jährige Kay S. Zuerst konnte er die Finger nicht mehr richtig entspannen. Dann krümmten sie sich immer mehr, sodass sie alltägliche Dinge wie Rasieren oder das Schreiben am Computer zunehmend erschwerten.

Dr. Paul Preisser Chefarzt der Klinik für Handchirurgie am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg

Benannt ist das Leiden nach dem französischen Chirurgen Baron Guillaume Dupuytren, der es bereits vor etwa 170 Jahren in Paris vorstellte. Trotzdem weiß man immer noch nicht, warum sich unter der Haut in der Hohlhand ganz plötzlich Knoten oder Faserstränge bilden, die oft mit Sehnen verwechselt werden. Sie können zu einer Beugung einzelner Finger führen, die selbstständig oder auch mit Gewalt nicht mehr zu strecken sind. Die Krankheit ist genetisch bedingt, kann aber auch mal eine Generation überspringen. „Die Dupuytrensche Fingerkontraktur tritt meist im mittleren Lebensalter auf“, sagt Dr. Paul Preisser, Chefarzt der Klinik für Handchirurgie im Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg. „Männer sind wesentlich häufiger als Frauen betroffen. Bei ihnen beginnen die Symptome auch im Durchschnitt zehn Jahre früher.“ Die Deutsche Dupuytren Gesellschaft schätzt die Gesamtzahl der Dupuytren-Patienten in Deutschland auf 1,3 bis 1,9 Millionen. „Aber nicht alle müssen behandelt werden“, so Dr. Preisser. Im Allgemeinen empfehlen Ärzte eine Operation, wenn die Krankheit so weit fortgeschritten ist, dass die Hand nicht mehr flach auf den Tisch gelegt werden kann. Bei der OP wird das krankhafte Bindegewebe möglichst vollständig entfernt, damit sich die Sehnen wieder frei bewegen können. In einfachen Fällen dauert das weniger als eine Stunde. Bei komplikationslosem Verlauf ist die Hand nach etwa sechs Wochen wieder voll einsatzfähig. „Fakt ist allerdings, dass es keine komplette Heilung gibt“, betont Dr. Preisser. Bei etwa 45 Prozent der operierten Patienten kommt es nach fünf Jahren erneut zur Krümmung.

Bildquellen: © Africa Studio/shutterstock (oben), © Heike Rössing (unten)

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