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Hohe Belastung, schnelle Bewegung, harte Landungen – die Schulter ist im Sport besonders gefährdet. 

Schulter

Wenn die Schulter schlapp macht

Ob Handball, Fußball oder Fahrradsturz: Die Schulter ist schnell verletzt. Prof. Dr. Till Orla Klatte vom Albertinen Krankenhaus erklärt, warum dieses Gelenk so anfällig ist – und was hilft.

Von Wiebe Bökemeier

Die Halle bebt, der Ball fliegt mit voller Wucht aufs Tor – und plötzlich bleibt ein Spieler liegen. Schulter kaputt. Für Prof. Dr. Till Orla Klatte sind solche Verletzungen Alltag. Der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Albertinen Krankenhaus betreut als Mannschaftsarzt den Handball Sport Verein Hamburg, vor allem aber behandelt er Menschen, die ihre Schulter im Alltag verletzt haben.

Warum ist die Schulter so anfällig?

„Die Schulter ist eines der beweglichsten Gelenke unseres Körpers – genau das macht sie so verletzungsanfällig“, sagt der Schulterchirurg. Besonders bei Sportarten mit schnellen Wurf- oder Überkopfbewegungen wie Handball, Tennis oder Volleyball seien Sehnen und Gelenke enormen Belastungen ausgesetzt. Doch nicht nur Leistungssportler landen bei ihm in der Klinik. „Viele kommen nach Stürzen im Alltag – etwa vom Fahrrad, beim Spaziergang oder auf der Treppe.“

Ausgekugelt – und jetzt?

Besonders häufig: die ausgekugelte Schulter. Keine andere Gelenkverletzung tritt so oft auf. Dabei springt der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne. „Das sollte immer schnell ärztlich behandelt werden“, betont er. Denn Nerven oder Gefäße könnten eingeklemmt werden.
Wichtig sei aber auch: „Bitte niemals selbst versuchen, die Schulter einzurenken. Hinter der Fehlstellung kann sich auch ein Bruch verbergen.“

Welche Schultererkrankungen gibt’s noch?

Mit zunehmendem Alter kommen andere Probleme hinzu. Vor allem ab 50 häufen sich Risse der Rotatorenmanschette – jener Muskelgruppe, die das Schultergelenk stabilisiert und bewegt. Weitere häufige Veränderungen betreffen die lange Bizepssehne, ein Schulterengpasssyndrom (Impingement-Syndrom) oder den Gelenkverschleiß selbst. Doch nicht jede Diagnose bedeutet automatisch eine Operation. „Viele Beschwerden lassen sich mit gezielter Physiotherapie, Muskelaufbau und gegebenenfalls gezielten Injektionen deutlich verbessern.“

Wann wird operiert?

„Wenn eine Schulter dauerhaft instabil bleibt und die konservativen Maßnahmen nicht helfen, ist die OP eine gute Option. Dabei setzen wir auf minimalinvasive Verfahren mit kleinen Schnitten. Das schont Muskeln und Gewebe und ermöglicht eine schnellere Erholung.“
Für den Chirurgen geht es dabei um mehr als Leistungsfähigkeit im Sport. Ihm ist wichtig, dass seine Patientinnen und Patienten ihr Leben zurückbekommen: „Die meisten wollen gar keine Höchstleistung bringen. Sie möchten wieder schmerzfrei schlafen, einkaufen oder das Enkelkind hochheben. Und die Chancen dafür stehen ziemlich gut.“

Experte für diesen Artikel:

gute besserung! | Priv.-Doz. Dr. Till Orla Klatte | Albertinen Krankenhaus | Orthopädie und Unfallchirurgi
PROF. DR. TILL ORLA KLATTE

Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Albertinen Krankenhaus

 

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Fotos: Immanuel Albertinen Diakonie

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