Endlich neue Erkenntnisse

Endlich neue Erkenntnisse


Image

Das Endometriumkarzinom – der Gebärmutterschleimhautkrebs – ist der häufigste Unterleibskrebs bei Frauen. Neue Erkenntnisse sorgen für eine gezieltere Behandlung und eine geringere Belastung der Patientinnen.

Wenn eine Frau nach den Wechseljahren vaginale Blutungen hat, sollte sie diese immer abklären. Denn beim Gebärmutterschleimhautkrebs sind sie das häufigste Symptom. Der Krebsnachweis erfolgt durch eine Ultraschall- und ggf. eine sich anschließende Gewebsuntersuchung. Und dann? Dann beginnt die Behandlung, die dank neuer Erkenntnisse viel gezielter als noch vor wenigen Jahren durchgeführt werden kann. 

Genom entschlüsselt – Tumortypen definiert 

„Jahrelang gab es nichts Neues beim Endometriumkarzinom und jetzt gleich auf mehreren Ebenen“, berichtet Prof. Dr. Christoph Lindner, Chefarzt der Frauenklinik und des Gynäkologischen Krebszentrums am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg. Innerhalb der letzten Jahre wurde das Genom dieser Krebsart analysiert, wodurch vier Tumortypen definiert werden konnten. Neu ist, dass diese Erkenntnisse nun auch im klinischen Alltag zur Anwendung kommen. „Dadurch, dass wir seit Kurzem mit diesen vier Unterscheidungen arbeiten, also wissen, mit welcher Ausprägung des Krebses wir es zu tun haben, können wir viel gezielter behandeln. Denn jeder Tumortyp hat einen eigenen Krankheitsverlauf und eine eigene Prognose. Das heißt, wir operieren in bestimmten Fällen noch schonender und können teilweise auf eine Nachbehandlung verzichten. So sind wir in der Lage, eine Übertherapie, also ein Zuviel, wie auch eine Untertherapie, also ein Zuwenig, zu vermeiden“, erklärt Prof. Lindner. 

Gefährdete Lymphknoten aufspüren 

In den meisten Fällen ist aber nach wie vor eine Operation notwendig. Dabei muss oft nicht nur die Gebärmutter entfernt werden, sondern ebenso Lymphknoten im Bauchraum. „Neuerdings wird auch beim Endometriumkarzinom die sogenannte Wächter-Lymphknoten- Methode angewendet, die dafür sorgt, dass wir nicht 50 oder 60 Knoten entfernen müssen, sondern oft nur noch einige wenige. Bei diesem Verfahren kann der Weg der Tumorzelle zu den Lymphknoten gewissermaßen nachgeahmt werden: Mittels eines fluoreszierenden Farbstoffs können wir die Wächter-Lymphknoten, also diejenigen, die die Tumorzellen zuerst aufnehmen würden, sichtbar machen und minimal-invasiv entfernen. Der Eingriff ist dadurch viel weniger gravierend“, so Prof. Lindner. 

Neue Medikamente für Immuntherapie 

„Und auch bei den Medikamenten gibt es Erfreuliches zu berichten. Im Falle eines Rezidivs, eines Rückfalls, wird seit kurzer Zeit mit Immuntherapien gearbeitet. Neu zugelassene Medikamente sorgen dafür, dass Krebszellen vom körpereigenen Immunsystem erkannt und bekämpft werden können“, schließt der Chefarzt.

Weitere Informationen finden Sie hier!


Beitragsbild: © Giuseppe_R / shutterstock

 
 
Print Friendly, PDF & Email