Hochdosis-Chemotherapie für die Leber

Hochdosis-Chemotherapie für die Leber


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Manche bösartige Tumoren der Leber und Leber-Metastasen können nicht operiert werden. Ein neues Verfahren – die sogenannte Chemosaturation – macht Betroffenen, bei denen keine andere Therapie mehr anspricht, Hoffnung.

„Bei dem minimalinvasiven Eingriff wird die Leber per Ballonkatheter vorübergehend vom Blutkreislauf isoliert und dann mit einem hochdosierten Chemotherapeutikum ‚geflutet‘“, erklärt Prof. Dr. Christian R. Habermann, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Marienkrankenhaus. Das mit dem Zellgift gesättigte Blut aus der Leber wird außerhalb des Körpers durch spezielle Filter geleitet und gereinigt, bevor es dem Blutkreislauf wieder zugefügt wird. „Im Grunde genommen handelt es sich um eine isolierte Chemotherapie der Leber und eine hocheffektive chemotherapeutische Behandlung des Organs, ohne dass der Gesamtorganismus des Patienten relevant beeinträchtigt wird“, ergänzt Dr. Martin Zeile, Oberarzt am Institut. Das Verfahren habe sich zudem besonders beim Aderhautmelanom, einem Subtyp des Hautkrebses am Auge, und beim Gallengangtumor als äußerst wirksam erwiesen. Bei dieser Art der Operation verbleiben nur drei kleine Einstichstellen an der Haut des Patienten. „Die meisten Patenten sehe ich einen Tag nach dem Eingriff schon wieder im Garten auf dem Klinikgelände, und nach wenigen Tagen können sie das Krankenhaus in der Regel wieder verlassen“, so Dr. Zeile. Anschließend bedarf es einer ambulanten Kontrolle durch den Facharzt. Noch wird diese spezielle Chemotherapie für die Leber erst an wenigen Kliniken in Deutschland eingesetzt. Das Verfahren kommt allerdings nicht für jeden Patienten infrage, zum Beispiel wenn schwere koronare Erkrankungen vorliegen.“ 


Beitragsbild: © Bertram Solcher

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