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Radiologie

Keine Angst vor der Röhre

Katharina Noack, medizinische Technologin für Radiologie am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, erklärt, wie sie und ihr Team mit Aufklärung, Geduld und Einfühlungsvermögen Ängste nehmen – und so Vertrauen schaffen.

Von Nzinga Tonkam

Laute Klopfgeräusche, eine enge Röhre und der Gedanke an Strahlen – für viele Grund genug, sich vor einer CT- oder MRT-Untersuchung unwohl zu fühlen. „Diese Ängste sind nachvollziehbar“, sagt Noack. „Doch viele Sorgen können wir im Vorfeld nehmen.“

So funktioniert die Technik


Die Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspin genannt, und die Computertomografie (CT) gehören zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren der modernen Medizin.
Das MRT nutzt Magnetfelder und Radiowellen, um hochauflösende Aufnahmen von Organen, Gelenken oder dem Gehirn zu erstellen.
Das CT arbeitet dagegen mit Röntgenstrahlen und liefert präzise Schichtaufnahmen – unverzichtbar für die Diagnose von Knochenverletzungen, Lungenerkrankungen und inneren Verletzungen.

Die Röhren retten Leben


„Beide Methoden sind für viele lebenswichtige Diagnosen entscheidend – und sicherer, als viele denken“, betont Noack. Die Magnetfelder im MRT sind unbedenklich. Nur selten treten Nebenwirkungen durch Kontrastmittel auf, etwa leichte Übelkeit oder allergische Reaktionen.
Häufiger kommt es vor, dass metallische Gegenstände wie Knöpfe, Schmuck oder Piercings das Magnetfeld stören und Aufnahmen wiederholt werden müssen.
Beim CT wird die Strahlendosis stets nach dem Prinzip „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“ angepasst. „Entscheidend ist immer: Überwiegt der gesundheitliche Nutzen gegenüber dem Strahlenrisiko, ist ein CT sinnvoll. Es kann Leben retten“, erklärt Noack.

Hightech mit Herz


Ein bisschen Humor, eine freundliche Ansprache und das Gefühl, ernst genommen zu werden – all das schafft Vertrauen. Manchmal hilft ein kurzer Stopp während der Untersuchung, etwa zum Durchatmen oder Abhusten. Nur in seltenen Fällen sind beruhigende Medikamente erforderlich. „Bei uns schaffen es so gut wie alle. Weil wir genau hinschauen, gut zuhören und alles verständlich erklären.“

Kleine Tricks für mehr Gelassenheit


Ohrstöpsel UND Kopfhörer nutzen:
In Kombination dämpfen sie die lauten Geräusche im MRT. Manche empfinden das rhythmische Klopfen sogar als beruhigend – einige schlafen dabei ein.

Wertgegenstände zu Hause lassen:
Schmuck, Piercings und Uhren müssen vor der Untersuchung ohnehin abgenommen werden.

Selbstbestimmung bewahren:
Zu wissen, dass die Untersuchung durchgehend vom Personal überwacht wird und im Notfall sofort engegriffen werden kann, nimmt die Panik.

Fragen stellen:
Wer versteht, was während der Untersuchung passiert, hat deutlich weniger Angst.

Expertin für diesen Artikel:

Porträt einer Frau (Katharina Noack) mit langen, dunkelbraunen Haaren in blauer medizinischer Kleidung. Sie steht vor einer weißen Wand und lächelt freundlich in die Kamera.

KATHARINA NOACK
Medizinische Technologin für Radiologie am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg

Grafik mit Hinweis auf den Podcast ‚Hamburger Klinikhelden‘, QR-Code und rundem blauen Designelement.

Fotos: Agaplesion

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