Maden – Kleine Helfer in der Medizin

Maden – Kleine Helfer in der Medizin


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Fliegenmaden? Eklig! So werden wohl die meisten denken. In der Wundheilung eingesetzt, können Larven allerdings wahre Wunder vollbringen.

Bei Durchblutungsstörungen und Diabetes, aber auch immunologischen Problemen kann es zu einer Wundheilungsstörung kommen. „Manche Patienten haben über mehrere Jahre Wunden an Beinen und Füßen, die einfach nicht heilen wollen“, so Priv.-Doz. Dr. Friedrich Dünschede, Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg. Wenn sich hartnäckige Beläge nicht lösen lassen, können Maden zum Einsatz kommen. Angst zu haben, braucht man vor dieser Art der Therapie nicht: „Man muss wissen, dass die Larven nicht ‚fressen‘, sondern einen Verdauungssaft produzieren, welcher nur das abgestorbene Gewebe verflüssigt“, erklärt Dünschede. Das gesunde Gewebe bleibt davon völlig unbehelligt, und das verflüssigte Material wird von den Larven als Nahrung aufgesaugt. „Die meisten spüren das nicht mal, nur wenige berichten von einem leichten Kribbeln“, so der Arzt. Es handele sich um eine sehr schonende Form der Reinigung. „Wenn ich das sage und dass die Larven nicht ‚entkommen‘ können, sind die Patienten stets  beruhigt“, so der Mediziner. Die steril in kleinen, flüssigkeitsdurchlässigen Beuteln verpackten Maden der Goldfliege werden für etwa vier bis fünf Tage auf die Wunde gelegt und mit einem weiteren, sterilen Verband abgedeckt. Während dieser Zeit erfolgt eine tägliche Kontrolle, um den Fortschritt der Wundreinigung beurteilen zu können und die Feuchtigkeit, die bei dieser biologischen Wundreinigung entsteht, zu entfernen. Zumeist zeigt sich bereits nach ein bis zwei Tagen eine Verbesserung.


Beitragsbild: © Eric Isselee/Shutterstock.com

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