Eine Person kühlt eine gerötete Verbrennungswunde am Handrücken unter klarem Leitungswasser, um die Haut zu beruhigen.

O du schmerzliche!

Foto: Africa/Shutterstock

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit genügt: Bei Verbrennungen sollte man schnell reagieren.
Verbrennungen

O du schmerzliche!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Aber wenn umgekippte Kerzen zu Verbrennungen führen, ist die Stimmung schnell dahin. Jetzt kommt es darauf an, die Haut gut zu versorgen, damit sie optimal heilen kann.

Von Caroline de Boor

„In der Adventszeit sehen wir mehr typische Verletzungen durch Kerzen oder Silvesterböller“, schildert Prof. Dr. Susanne Rein, Chefärztin der Abteilung für Hand-, Plastische und Mikrochirurgie sowie dem Schwerbrandverletztenzentrum am BG Klinikum Hamburg. Besonders gefährdet sind Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderungen, weil sie im Notfall nicht schnell genug reagieren können.

Kühlen – aber richtig

Ist die Haut durch heißes Wachs, Wasser oder eine Flamme verletzt, gilt: kurz unter laufendes Wasser halten. „Kühl bis lauwarmes Leitungswasser reicht völlig aus – ein paar Minuten, bis der Schmerz nachlässt“, so die Medizinerin. Bei großflächigen Verletzungen ist das anders. „Die Haut kann den Wärmehaushalt dann nicht mehr regulieren und würde eher auskühlen.“

Fachkundige Behandlung

Allgemein gilt: Wer Anzeichen einer Infektion hat, bspw. starke Rötung, Eiter oder Fieber, sollte das unbedingt abklären lassen.

„Wer aber Verbrennungen an Händen, an großen Gelenken, im Gesicht oder Genitalbereich hat, gehört in ein Brandverletztenzentrum“, betont Prof. Dr. Rein. „Das gleiche gilt nicht nur für Verbrennungen 2. Grades, bei denen über 15
Prozent der Körperoberfläche betroffen sind, sondern auch für Verbrennungen über 10 Prozent 3. Grades, bei denen man keine Schmerzen mehr spürt, weil die Nerven zerstört sind. In all diesen Fällen operieren wir.“

Narben reduzieren, Haut schützen

„Wird die verbrannte Haut abgetragen und die Wundfläche durch Hauttransplantationen rekonstruiert, helfen Operierten oft Kompressionskleidung und spezielle Silikonauflagen, um Narben flach zu halten“, erklärt die Expertin „Auch Lasertherapien und kleine OPs können helfen, verhärtete Narbenstränge zu lösen.“ Besonders an Gelenken kann das die Beweglichkeit erhalten. Nach der Heilung sei zudem konsequenter Sonnenschutz wichtig: „Ein Jahr lang – besser dauerhaft – sollten die betroffenen Hautareale mit Lichtschutzfaktor 50 geschützt werden.“

Trauma verarbeiten

Schwere Brandverletzungen sind auch ein seelisches Trauma. Im Brandverletztenzentrum des BG Klinikums Hamburg werden die Betroffenen daher oft über Jahre auch psychologisch begleitet. „Verbrennungen verändern das Leben
– aber mit der richtigen Behandlung und Nachsorge lässt sich viel erreichen“, versichert Prof. Dr. Rein

Erste Hilfe bei kleinen Verbrennungen (max. handflächengroß)

• Schnell mit Wasser (nicht eisig!) abkühlen, bis der Schmerz nachlässt
• Bei Verbrennungen im Gesicht: feuchte Tücher zum Kühlen (weiche Baumwolle oder Kompressen)
• Keimfrei Abdecken (steriler Verband)
• Blasen niemals aufstechen (Infektionsrisiko!)

Expertin für diesen Artikel:

Porträt einer Frau mit langen Haaren und Brille im weißen Kittel vor grauem Hintergrund.

PROF. DR. SUSANNE REIN
Chefärztin der Abteilung für Hand-, Plastische und Mikrochirurgie sowie dem Schwerbrandverletztenzentrum am BG Klinikum Hamburg


Fotos: BG Klinikum Hamburg

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