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Verbrennungen
O du schmerzliche!
Von Caroline de Boor
„In der Adventszeit sehen wir mehr typische Verletzungen durch Kerzen oder Silvesterböller“, schildert Prof. Dr. Susanne Rein, Chefärztin der Abteilung für Hand-, Plastische und Mikrochirurgie sowie dem Schwerbrandverletztenzentrum am BG Klinikum Hamburg. Besonders gefährdet sind Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderungen, weil sie im Notfall nicht schnell genug reagieren können.
Kühlen – aber richtig
Ist die Haut durch heißes Wachs, Wasser oder eine Flamme verletzt, gilt: kurz unter laufendes Wasser halten. „Kühl bis lauwarmes Leitungswasser reicht völlig aus – ein paar Minuten, bis der Schmerz nachlässt“, so die Medizinerin. Bei großflächigen Verletzungen ist das anders. „Die Haut kann den Wärmehaushalt dann nicht mehr regulieren und würde eher auskühlen.“
Fachkundige Behandlung
Allgemein gilt: Wer Anzeichen einer Infektion hat, bspw. starke Rötung, Eiter oder Fieber, sollte das unbedingt abklären lassen.
„Wer aber Verbrennungen an Händen, an großen Gelenken, im Gesicht oder Genitalbereich hat, gehört in ein Brandverletztenzentrum“, betont Prof. Dr. Rein. „Das gleiche gilt nicht nur für Verbrennungen 2. Grades, bei denen über 15
Prozent der Körperoberfläche betroffen sind, sondern auch für Verbrennungen über 10 Prozent 3. Grades, bei denen man keine Schmerzen mehr spürt, weil die Nerven zerstört sind. In all diesen Fällen operieren wir.“
Narben reduzieren, Haut schützen
„Wird die verbrannte Haut abgetragen und die Wundfläche durch Hauttransplantationen rekonstruiert, helfen Operierten oft Kompressionskleidung und spezielle Silikonauflagen, um Narben flach zu halten“, erklärt die Expertin „Auch Lasertherapien und kleine OPs können helfen, verhärtete Narbenstränge zu lösen.“ Besonders an Gelenken kann das die Beweglichkeit erhalten. Nach der Heilung sei zudem konsequenter Sonnenschutz wichtig: „Ein Jahr lang – besser dauerhaft – sollten die betroffenen Hautareale mit Lichtschutzfaktor 50 geschützt werden.“
Trauma verarbeiten
Schwere Brandverletzungen sind auch ein seelisches Trauma. Im Brandverletztenzentrum des BG Klinikums Hamburg werden die Betroffenen daher oft über Jahre auch psychologisch begleitet. „Verbrennungen verändern das Leben
– aber mit der richtigen Behandlung und Nachsorge lässt sich viel erreichen“, versichert Prof. Dr. Rein
Erste Hilfe bei kleinen Verbrennungen (max. handflächengroß)
• Schnell mit Wasser (nicht eisig!) abkühlen, bis der Schmerz nachlässt
• Bei Verbrennungen im Gesicht: feuchte Tücher zum Kühlen (weiche Baumwolle oder Kompressen)
• Keimfrei Abdecken (steriler Verband)
• Blasen niemals aufstechen (Infektionsrisiko!)
Expertin für diesen Artikel:

PROF. DR. SUSANNE REIN
Chefärztin der Abteilung für Hand-, Plastische und Mikrochirurgie sowie dem Schwerbrandverletztenzentrum am BG Klinikum Hamburg
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