Risiko Urlaub: Sommer, Sonne, Hautkrebs?

Risiko Urlaub: Sommer, Sonne, Hautkrebs?


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Nach dem langen Winter mit vielen Einschränkungen durch Corona fiebern wir der warmen Jahreszeit entgegen. Während sich die einen über wieder geöffnete Ländergrenzen freuen, erkunden andere die eigene Heimat. Doch egal, ob Auslandsreise oder heimatliche Entdeckungstour – die Gefahr der UV-Strahlung ist nicht zu unterschätzen.

Nach dem langen Winter mit vielen Einschränkungen durch Corona fiebern wir der warmen Jahreszeit entgegen. Während sich die einen über wieder geöffnete Ländergrenzen freuen, erkunden andere die eigene Heimat. Doch egal, ob Auslandsreise oder heimatliche Entdeckungstour – die Gefahr der UV-Strahlung ist nicht zu unterschätzen.

Immer dabei: Sonnenschutz

Sonnenurlaube können der Haut langfristig schaden. Bereits ein einziger Sonnenbrand ist ein gesundheitliches Risiko: „Die Haut vergisst nichts“, weiß Dr. Thorsten Matthes, Chefarzt der Dermatochirurgie des Zentrums für Venen- und Dermatochirurgie im Krankenhaus Tabea. „Besonders gefährlich sind Sonnenbrände daher vor allem für Kinder und Jugendliche, denn die frühen Schäden können später zur Entstehung des gefährlichen malignen Melanoms, auch schwarzer Hautkrebs genannt, führen.“ Guter Schutz ist daher das A und O. Doch Fakt ist: Keine Sonnencreme hält alle UV-Strahlen den ganzen Tag über ab. Dementsprechend ist es wichtig, sich immer wieder neu einzucremen – und das gerne großflächig. Auch wer sich vorwiegend im Schatten aufhält, bekommt UV-Strahlung ab. Deshalb gilt auch an wolkigen Sommertagen: Sonnenschutz nicht vergessen!  

Auf den UV-Index achten 

Gute Urlaubsplanung bedeutet, auch die UV-Strahlung im Blick zu haben: Als Ausgangspunkt, wie intensiv man sich schützen sollte, dient der UV-Index. Dieser ist weltweit einheitlich und beschreibt die sonnenbrandwirksame UV-Strahlungsstärke. So lässt sich das Sonnenbrand-Risiko ablesen, und zwar auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 11+ (extrem). Jedem Wert sind dabei entsprechende Sonnenschutzmaßnahmen zugeordnet. Beispielsweise werden in Deutschland im Sommer Werte von 9, in Gebirgsregionen noch höher, erreicht. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert täglich die Werte für verschiedene Regionen Deutschlands und veröffentlicht diese auf seiner Webseite oder der des Bundesamtes für Strahlenschutz. 

Maßvoller Genuss 

„Auch wenn UV-Licht ein Gesundheitsrisiko darstellt, brauchen wir natürlich Sonnenlicht. Es versorgt den Körper mit Vitamin D, das für einen starken Knochenbau verantwortlich ist“, so Dr. Matthes. „Aber man sollte nicht übertreiben: Eine halbe Stunde Sonnenschein täglich reicht bereits aus, damit unser Körper mit genügend Vitamin D versorgt ist.“

Berufskrankheit Hautkrebs? 

In einigen Branchen (Gärtnereien, Dachdeckereien, in der Landwirtschaft oder im Straßenbau) ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, extrem hoch. Prof. Dr. Christoph Skudlik, Chefarzt der Dermatologie am BG Klinikum Hamburg, erklärt, wie man sich auch bei der Arbeit am besten vor UV-Strahlung schützt. 

  • Konsequenter Sonnenschutz: Beachten Sie am Arbeitsplatz immer die sogenannte 3-S-Regel: Schatten, Shirt und Sonnencreme! 
  • Besonders aggressiv ist die UV-Strahlung um die Mittagszeit. Erledigen Sie Arbeiten unter freiem Himmel wenn möglich nicht zwischen 11 und 15 Uhr. 
  • Fragen Sie Ihre/n Arbeitgeber:in, ob die Möglichkeit einer Schutzvorrichtung (Überdachung oder Beschattung des Arbeitsplatzes) besteht. Andernfalls kann eine Kopfbedeckung helfen, schädliche Sonneneinstrahlung zu minimieren. In Berufen, wo aus Gründen des Arbeitsschutzes ein Helm getragen werden muss, ist ein Nacken- oder Seitenschutz ratsam. 
  • Regelmäßiger Check: Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung. Darüber hinaus ist es ratsam, die „Sonnenterrassen“ der Haut wie Gesicht, Kopfhaut, Hände und Arme gut im Auge zu behalten und Veränderungen ärztlich untersuchen zu lassen. 
  • Wird eine Hautkrebserkrankung diagnostiziert und besteht der Verdacht, dass diese arbeitsbedingt verursacht ist, ist der Arzt/ die Ärztin gesetzlich verpflichtet, die Erkrankung dem zuständigen Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) zu melden. Dieser übernimmt dann im Fall der Anerkennung alle weiteren Behandlungskosten.

Beitragsbild: © wenani/shutterstock


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