Doktor zeigt Patienten etwas mit 3D-Brille

Operieren mit 3D-Brille

Operieren mit 3D-Brille


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In einigen Häusern wird Mixed Reality für die Patientenaufklärung genutzt, das Marienkrankenhaus setzt die innovative Technologie als eine der ersten Kliniken weltweit sogar zum Operieren ein. Dabei wird ein virtuelles Bild in die reale Umgebung – den OP-Raum – projiziert.

Bislang eher aus dem Kino oder aus Videospielen bekannt, ist Mixed Reality (Gemischte Realität) nun auch in der Medizin angekommen. Durch die intelligente Software eines Assistenzsystems – Virtual Surgery Intelligence (VSI) – können so unter anderem MRT- und CT-Bilder des Patienten in beeindruckender Qualität über eine Spezialbrille dreidimensional auf den zu operierenden Teil des realen Patienten projiziert werden. Dies unterstützt die Ärzte während einer Operation. Die Aufnahmen werden in den echten Raum projiziert, sodass die reale Umgebung weiterhin sichtbar und die Hände frei zum Agieren bleiben.

Intelligente Software von Ärzten mitentwickelt

Oberarzt Dr. Hans-J. von Lücken und seine Kollegin Dr. Kathrin von Usslar aus der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf-, Hals- und plastische Gesichtschirurgie am Marienkrankenhaus entwickelten den VSI-Assistenten zusammen mit dem Startup-Unternehmen apoQlar. „Mit dem VSI können wir u. a. die CT/MRT-Bilder unserer Patienten aufrufen, virtuell ansehen und direkt auf ihnen fixieren. Der VSI ist eine intelligente Anwendung, die den Patienten durch anatomische Landmarken erkennt und die 3D-Aufnahmen virtuell auf ihm ablegt“, so Dr. von Lücken. Ein manueller Abgleich mit der zuvor erstellten 3D-Darstellung über einen Bildschirm, z. B. von Tumorgewebe, entfällt. Durch den VSI werde die OP laut von Lücken wesentlich erleichtert, und er könne präziser arbeiten. „Wir haben festgestellt, dass wir dadurch einen viel tieferen und detaillierteren Einblick in die anatomischen Strukturen erhalten“, berichtet der Oberarzt und Initiator. Die technologische Entwicklung hat anfänglich im Kopf-Hals-Bereich begonnen und wird stetig auf andere Gebiete ausgeweitet.

Der VSI eignet sich für alle chirurgischen Fachgebiete wie zum Beispiel in der HNO-Heilkunde bei Nasennebenhöhlenoperationen, der Tumor- und Bauchchirurgie, aber auch in der Radiologie zur Diagnostik und für interventionelle Eingriffe. Gesteuert wird der VSI über Sprache und Gestik. Neben den MRT- oder CT-Bildern können auch andere wichtige Daten des Patienten wie OP-Berichte und Laborwerte aufgerufen und dargestellt werden. Wichtig zu wissen: Der VSI wird unterstützend eingesetzt. Die Operationsleistung bleibt beim behandelnden Arzt. Auch der Datenschutz bleibt gewahrt: Mit Beendigung der OP werden die auf der Brille geladenen Daten gelöscht, sie verbleiben auf den Servern des Krankenhauses.


Beitragsbild: © apoQlar/MKH

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