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Per pedes gut durchs Leben

Per pedes gut durchs Leben


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Unsere Füße tragen uns sprichwörtlich durchs Leben. Laufen. Steigen Treppen. Joggen durch den Park. Treten in die Pedale. Umso verwunderlicher, dass wir sie oft vernachlässigen, in unpassendes Schuhwerk quetschen oder überbeanspruchen. Dr. Bastian Obermayer, Orthopäde und Fußchirurg am Ev. Krankenhaus Alsterdorf, erklärt, wie man Fußfehlstellungen vorbeugen und behandeln kann.

Mit welchen Beschwerden kommen die Patient:innen zu Ihnen? 

Was ich wirklich oft sehe, sind Senk- oder Spreizfüße. Bei vielen Patient:innen sorgt ein schwaches Bindegewebe im Mittelfuß für wenig Halt. Langes Stehen, Bewegungsmangel oder Übergewicht begünstigen dies zusätzlich und lassen die Muskulatur erschlaffen. Vor allem Frauen leiden öfter unter dem Hallux valgus, das ist der sogenannte Ballenzeh. Durch zu enge, zu hohe oder zu spitze Schuhe verformt sich der große Zeh – das Gehen und Abrollen werden schmerzhaft. 

Wie kann man einer solchen Fehlstellung am besten vorbeugen? 

Unsere Füße sind jeden Tag großer Belastung ausgesetzt. Da ist es wie mit jedem anderen Körperteil – eine gute Muskulatur schützt vor vielen Erkrankungen. Besonders wichtig ist die Mittelfuß-Muskulatur. Ein Training kann man wunderbar in den Alltag einbauen: Einfach öfter mal barfuß laufen, auf den Spitzen balancieren oder am Schreibtisch im Sitzen versuchen, wiederholt mit den Zehen einen kleinen Ball aufzuheben. Und natürlich möchte ich jedem/jeder raten, passende und bequeme Schuhe zu tragen.

Was kann man tun, wenn die Fußfehlstellung schon fortgeschritten ist und man unter Schmerzen leidet? 

Es gibt je nach Krankheitsbild gute Möglichkeiten der konservativen Behandlung: Einlagen, Physiotherapie und Fußgymnastik, Fußbäder, Kältetherapie. Auf keinen Fall sollte vorschnell zum Skalpell gegriffen werden. Der Fuß hat nämlich eine äußerst komplexe, kleinteilige Struktur mit über 26 Knochen, 33 Gelenken und 100 Bändern! Leidet der/die Patient:in jedoch unter großen Schmerzen oder kommt es gar zu einer Arthrose durch die Belastung, kann eine OP helfen. Mittlerweile gibt es ein breites Spektrum an schonenden und minimalinvasiven Verfahren, die den Fuß in seiner Funktion weitgehend erhalten. Auf jeden Fall empfehle ich jedem/jeder, sich individuell ärztlich beraten zu lassen. Unsere Füße werden es danken!


Beitragsbild: © B-D-S Piotr Marcinski/shutterstock

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