Vorsorge verhindert Amputationen

Vorsorge verhindert Amputationen


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Schätzungen zufolge entwickeln jährlich 250.000 Deutsche ein Diabetisches Fußsyndrom. Bei 16 Prozent muss sogar eine Amputation am Fuß vorgenommen werden. Einer der Betroffenen ist Dirk Steffens*.

Um die Jahrtausendwende wurden 29.000 Fußamputationen pro Jahr durchgeführt. Inzwischen sind es etwa 40.000 jährlich. Hintergrund ist, dass die Zahl der Diabetiker in Deutschland weiter wächst, und rund eine Million der knapp sieben Millionen Diabetiker hierzulande ein erhöhtes
Risiko für offene Wunden haben. Mit einer kleinen Entzündung begann im Februar 2015 auch die Krankengeschichte des heute 52-jährigen Dirk Steffens. „Ich habe das erste Mal bei der Arbeit gespürt, dass der Fuß gerötet ist. Das Auftreten ist dann schnell sehr schmerzhaft geworden. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht einmal von meinem Diabetes.“

Innerhalb von einer Woche verfärbte sich sein Zeh, dann der Fuß und er wurde ins Krankenhaus überwiesen. Für die Mediziner des Wund- und Fußzentrums stand nach eingehender Diagnostik fest, dass der Schaden am Fuß bereits so groß war, dass eine Teilamputation unausweichlich war. Mitbehandelt hat ihn damals der Chefarzt der Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie des Agaplesion Diakonieklinikums Dr. Oleg Yastrebov. „Wir haben uns für eine Mittelfußamputation, den aus unserer Sicht erfolgversprechendsten Eingriff für eine später effektive Schuhversorgung und Vermeidung von erneuten Druckgeschwüren, entschieden.“ Dass der Patient diese Situation psychologisch mitgetragen hat, ist für den Chefarzt ein entscheidender Faktor für das Gelingen des
Eingriffs. „Das ist eine immense psychische Belastung für den Patienten“, so Dr. Yastrebov. „Denn natürlich steht bei einer Amputation immer der Verlust im Vordergrund. Nicht jedem Patient leuchtet der Ansatz ‘etwas nehmen, damit etwas gewonnen werden kann‘ sofort ein. Deswegen ist die psychologische Betreuung im Umfeld der Diabetologie ein sehr wichtiger Faktor.“   

Generell gilt, dass es ein enges Zusammenwirken vieler Stationen bedarf, um das Risiko für Folge-beschwerden so gering wie möglich zu halten. „Für Patienten ist es optimal, wenn alle Fachabtei-lungen von der Diabetologie über die Fußchirurgie und Gefäßmedizin bis hin zu Psychologen und Wundtherapeuten an einem Ort wie dem Agaplesion Diakonieklinikum versammelt sind“, sagt der Chefarzt der Klinik für Diabetologie Dr. Jürgen Wernecke. So lässt sich viel Zeit sparen und das Risiko für Folgebeschwerden sinkt. Um als Diabetiker die Wahrscheinlichkeit für einen diabe-tischen Fuß von vornherein zu minimieren, empfiehlt Dr. Wernecke sorgfältige podologische Fußpflege, Verletz-ungen und Druckstellen durch spezielles Schuhwerk zu vermeiden sowie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Dirk Steffens hat von seiner Behandlung profitiert. „Ich kann heute wieder normal arbeiten. Nur das Laufen fällt natürlich schwerer als damals. Trotzdem sind Dinge wie Gartenarbeit und Fahrradfahren kein Problem für mich.“


*Name von der Redaktion geändert


Beitragsbild: © goffkein.pro/Shutterstock

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