Wenn Kollege Roboter assistiert

Wenn Kollege Roboter assistiert


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Es klingt wie Science Fiction, ist aber mancherorts bereits Realität: Operateur:innen setzen auf roboterassistierte OP-Systeme, um komplizierte Operationen wie etwa beim Dickdarmkrebs mit höchster Präzision durchzuführen.

Wenn Dr. Thies Daniels von Da Vinci spricht, meint der Chefarzt der chirurgischen Klinik im Albertinen Krankenhaus zumeist nicht das italienische Universalgenie der Renaissance, sondern das gleichnamige OP-System. Wie der von Da Vinci geschaffene vitruvianische Mensch, jene Figur mit idealisierten Proportionen, verfügt auch das OP-System über vier Arme, an deren Enden die filigranen Instrumente sitzen. Diese steuert Daniels während der OP mit handlichen Griffen von einer Konsole aus. Hierbei hat er eine dreidimensionale und bis zu 40-fach vergrößerte Sicht auf das Operationsfeld, das hochauflösend dargestellt wird. So können auch feinste Strukturen wie Nerven oder Gefäße auf engstem Raum erkannt und Verletzungen vermieden werden. „Das System setzt die Hand- und Gelenkbewegungen millimetergenau, zitterfrei und in Echtzeit um, das ist schon beeindruckend“, sagt Dr. Daniels, der allerdings den Begriff „OP-Roboter“ nicht mag: „Es übernimmt eben kein Roboter die Arbeit des Operateurs, sondern die Instrumentenarme führen nur das aus, was ich von der Konsole aus vorgebe. Die Ärztin oder der Arzt bleibt der entscheidende Faktor!“ 

Schonend für die Patient:innen 

Seit gut vier Jahren assistiert Da Vinci Dr. Daniels unter anderem bei komplizierten Dickdarmkrebs-Operationen. Daniels weiß dabei auch zu schätzen, dass die Instrumenten-Arme der Flexibilität der menschlichen Hand überlegen sind. „Ich kann diese etwa so abwinkeln, wie es der menschlichen Hand im Bauchraum gar nicht möglich wäre. Ich sehe den jeweiligen Bereich, als sei er außerhalb des Bauchraums“, erklärt der erfahrene Operateur. Da Vinci ermöglicht zudem kleinste Schnitte, die selbst endoskopisch, also mit der Schlüssellochtechnik, auf herkömmlichem Wege kaum erreichbar sind. Auch diffizile Verbindungen zwischen dem rechten Dickdarm und dem Dünndarm, die nach vielen Tumorentfernungen notwendig sind, werden erleichtert, Strukturen lassen sich einfacher freilegen. Das bringt den Patient:innen Vorteile. „Wir können die OPs mit Da Vinci nervenschonender und schmerzreduzierter durchführen, weil das OP-System präzisere Bewegungen ermöglicht“, betont Dr. Daniels. „Patient:innen haben so eine gute Chance, schneller wieder fit zu werden.“ 

Einsatz auch in Gynäkologie und Urologie

Im Albertinen Krankenhaus wird das OP-System neben der Chirurgie auch in der Urologie und Gynäkologie eingesetzt. Dabei wird jeweils sorgfältig abgewogen, für welche/n Patient:in dieses OP-Verfahren tatsächlich sinnvoll ist und erkennbare Vorteile bringt. Bei komplizierten Operationen bei Dickdarmkrebs sei das aber oftmals der Fall, betont Daniels.

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