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Titelthema Kopf
Aktiv gegen Demenz
Spazierengehen, Freunde treffen, auf die Gesundheit achten: Das stärkt nicht nur den Körper, sondern auch das Gehirn. Gleichzeitig gibt es Fortschritte bei Testverfahren und Therapien.
Von Caroline de Boor
Gegen Demenz kann man nichts machen? Stimmt nicht ganz. „Nach aktuellen Erkenntnissen lassen sich rund 40 Prozent der Demenzrisikofaktoren beeinflussen“, berichtet PD Dr. Alexander Rösler, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf. „Prävention klingt zwar unspektakulär, wirkt aber. Und das ganz ohne Nebenwirkungen.“
Demenzprävention – was tun?
Wer sein Gehirn schützen möchte, fängt im Alltag an. Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied:
- In Bewegung bleiben: 2- bis 3-mal pro Woche mindestens 30 Minuten (z. B. beim Spazierengehen)
- Ausgewogen ernähren
- Blutdruck, Diabetes und Cholesterin einstellen lassen
- Hör- und Sehprobleme behandeln (z. B. mit Brillenanpassung oder Hörgerät)
- Soziale Kontakte pflegen
„Ein starkes soziales Umfeld ist wichtig“, betont er. „Einsamkeit und Depressionen erhöhen das Demenzrisiko.“ Zusätzlich gilt: nicht rauchen, möglichst keinen Alkohol trinken und den Kopf vor schweren Verletzungen schützen.
Früherkennung durch neue Bluttests
Vor allem für die Alzheimer-Krankheit werden derzeit neue Bluttests entwickelt, die Konzentrationen von Amyloid- oder Tau-Proteinen messen. Sie können auf die krankhaften Eiweißablagerungen im Gehirn hinweisen, sogar bevor erste Beschwerden auftreten. Bisher diagnostizierte man Alzheimer mithilfe von kognitiven Tests, Scans sowie einer Nervenwasseruntersuchung. „Die Diagnostik entwickelt sich zunehmend von rein klinischen Untersuchungen und bildgebenden Verfahren hin zu biochemischen Tests“, erklärt der Arzt. Denn gerade bei leichten oder frühen Symptomen zeigt ein MRT häufig noch keine auffälligen Veränderungen. Junge Menschen ohne konkreten Verdacht vorsorglich zu testen, sieht Rösler kritisch: „Was macht ein positives Ergebnis mit der Psyche, wenn man nicht sagen kann, ob und wann tatsächlich eine Demenz entsteht? Und selbst wenn wir ein Positiv-Ergebnis haben, können wir bisher nicht präventiv behandeln.“
Durchbruch in der Alzheimer-Therapie
Seit Ende 2025 gibt es zwei neue Medikamente für Menschen mit Alzheimer im Frühstadium. Darin enthalten: Anti-Amyloid-Antikörper, die regelmäßig als Infusion verabreicht werden und erstmals die krankhaften Ablagerungen im Gehirn abbauen. Nebenwirkungen können teils unbemerkte Hirnblutungen und -schwellungen sein. Um diese frühzeitig zu erkennen, gehören regelmäßige MRT-Kontrollen zur Therapie. „Die Antikörpertherapie ist die erste Behandlung, die direkt auf die Erkrankung selbst zielt“, erklärt Dr. Rösler zuversichtlich. „Die neuen Präparate ebnen den Weg für weitere und besser verträglichere Medikamente.“
In diesen Verbandskliniken in Hamburg finden Sie Hilfe für Demenz:
• Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf
• Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg
• Albertinen Krankenhaus
• Albertinen Haus
• Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus
• Ev. Krankenhaus Alsterdorf
• Heinrich Sengelmann Kliniken
• Kath. Marienkrankenhaus
• Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift

Experte für diesen Artikel:
PD DR. ALEXANDER RÖSLER
Chefarzt der Klinik für Geriatrie am Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf



