Brustschmerz richtig deuten

Brustschmerz richtig deuten


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Brustschmerzen sind ein häufiger Grund, warum Menschen die Notaufnahme des Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus aufsuchen. Die Ursache für die Beschwerden kann völlig harmlos, aber auch akut lebensbedrohlich sein. Um eine schnelle und optimale Versorgung sicherzustellen, gibt es die Spezialeinheit Chest Pain Unit, kurz CPU.

Die Patienten einer CPU sind entweder Selbsteinweiser, haben eine Überweisung vom
niedergelassenen Arzt, oder sie werden durch den Notarzt in die Klinik gebracht – wie Peter G., 67 Jahre, Verdacht auf Herzinfarkt. Der Notarzt hat während der Fahrt bereits ein EKG (Elektrokardiogramm) geschrieben, sprich die Aktivität des Herzens gemessen. Die aufgezeichnete Herzspannungskurve zeigt, dass Peter G. zum Glück keinen schweren Infarkt hat.

Geschwindigkeit ist Trumpf

In der CPU erfolgt ein ausführlicheres EKG und mehrfach eine Blutabnahme, damit Veränderungen der Werte rasch sichtbar werden. „Es gilt, möglichst schnell die sehr ernsthaften
Erkrankungen auszuschließen, wie den Herzinfarkt, die Lungenembolie oder ein Einriss in der Aorta“, erklärt Dr. Matthias Gasthaus, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie im Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus. „Denn dann muss sofort gehandelt werden, etwa um Herzmuskelgewebe vor dem Absterben zu retten.“ In der CPU überwacht ein eingespieltes
Ärzte-Team die Patienten ständig – per Monitor und regelmäßig auch im persönlichen Gespräch. Dafür stehen besondere Räume zur Verfügung sowie kardiologisch geschultes Pflegepersonal.
Bei Bedarf können auch Kollegen aus anderen Fachdisziplinen wie der Gastroenterologie zur Beurteilung des Falles herangezogen werden.

Alles „aus einer Hand“

Die Blut- und EKG-Werte von Peter G. sind soweit in Ordnung, die Beschwerden haben nachgelassen. Die Ultraschall Untersuchung ergab, dass auch eine Lungenembolie nicht infrage kommt. Doch weil Peter G. ein hohes Risikoprofil aufweist und Infarkt typische Symptome hatte, wird ihm jetzt eine Katheter-Untersuchung empfohlen, die innerhalb von 72 Stunden erfolgen sollte. Durch sie lässt sich feststellen, ob die Herzkranzgefäße wirklich richtig durchblutet werden, oder ob es Verschlüsse gibt, die der Arzt dann bereits während der Untersuchung aufweiten oder wieder öffnen kann. Das Herzkatheter-Labor innerhalb der CPU steht rund um die Uhr zur Verfügung. Der Patient wird in der CPU also „aus einer Hand“ betreut – vom Erstkontakt über die Diagnose bis zur Behandlung. Das verkürzt die Prozesse.

Engstelle behoben

Tatsächlich stellt sich bei Peter G. heraus, dass ein Hauptgefäß im Herzen gefährlich verengt ist. Die Ärzte erweitern es und setzen dort eine Gefäßstütze, einen Stent, ein. Nach zwei Tagen kann Peter G. das Krankenhaus verlassen. „Die Chest Pain Unit als interdisziplinäre spezielle Diagnostikund Therapieeinheit ermöglicht eine optimale Versorgung der Patienten mit akuten Herzerkrankungen und Brustschmerzen – ohne Zeitverzögerung und auf hohem Kompetenzniveau“, fasst Dr. Gasthaus zusammen.


Beitragsbild: © phugunfire Shutterstock

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