Herzschwäche-Patienten interdisziplinär behandeln

Herzschwäche-Patienten interdisziplinär behandeln


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Die Zahl der Patienten mit schwerer Herzschwäche (Insuffizienz) nimmt stetig zu. Ein Grund dafür ist die demografische Entwicklung mit immer mehr älteren Menschen in der Bevölkerung. Der Leidensdruck der Betroffenen ist sehr hoch: Selbst beim Sitzen oder Liegen sind sie erschöpft und kurzatmig.

Weil es sich um eine sehr komplexe Erkrankung handelt, die nicht selten zu schweren Begleiterscheinungen weiterer Organe führt, ist es wichtig, die Patienten interdisziplinär zu behandeln. Deshalb gibt es in vielen Krankenhäusern mittlerweile sogenannte Heart Failure Units, kurz HFUs. Im Albertinen-Krankenhaus beispielsweise ist diese hochspezialisierte Station innerhalb des Herz- und Gefäßzentrums angesiedelt. Sie verfügt über extra dafür geschultes Fachpflegepersonal („heart failure nurses“) und kooperiert eng mit der Intensivmedizin und der Herzchirurgie der Klinik. „Ziel der HFU ist es, gemeinsam fachübergreifend mithilfe einer konzertierten klinischen Beurteilung rasch die optimale Therapie für jeden Einzelnen zu finden und ihn umfassend zu beraten und zu betreuen“, erklärt Prof. Dr. Karsten Sydow, Chefarzt der Kardiologie im Albertinen- Krankenhaus. Vor allem Patienten mit Herzmuskelerkrankungen, vor und nach einer Defibrillator- und Resynchronisationsbehandlung oder vor und nach der Implantation eines temporären sowie dauerhaften Herzkreislaufunterstützungssystems (Assist Device) werden hier versorgt, überwacht und stabilisiert. „Angesichts der Zunahme der Herzinsuffizienz und der Abnahme von Spenderherzen stellen diese Assist Devices, die unter anderem vor dem plötzlichen Herztod schützen und die Pumpfunktion verbessern, heutzutage eine sehr gute Option dar, um den Patienten zu entlasten und dessen Leben zu verlängern“, betont Prof. Dr. Herbert Nägele, Leitender Arzt im Department für Herzinsuffizienz und Devicetherapie im Albertinen-Krankenhaus. In der Nachsorge dieser komplexen Systeme, die in enger Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen erfolgt, spielt die Telemedizin eine wichtige Rolle. Denn die Assist Devices registrieren vielfältige Signale des Körpers (Bewegung, Flüssigkeitshaushalt, Rhythmusstörungen etc.) und übertragen bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Grenzwerte Warnmeldungen per Funk an die HFU, sodass die Ärzte sofort entsprechende Maßnahmen einleiten können.

Auch Patienten, die zwar auf ein Spenderherz warten oder bei denen ein Kunstherz implantiert werden soll, jedoch nicht dringend auf eine Intensivstation müssen, profitieren von der HFU. Für sie ist das Department ein Ort, wo sie die hohen Anforderungen des Monitorings und der umfangreichen täglichen Diagnostik in moderner und hochspezialisierter Umgebung erleben, verhältnismäßig mobil bleiben dürfen und die Situation insgesamt leichter bewältigen können. „Erfahrungen zeigen, dass sie in einem deutlich besseren körperlichen Zustand den Zeitpunkt der Transplantation erreichen, wenn sie auf einer HFU behandelt werden“, so Prof. Dr. Nägele.

Bildquelle: © Kateryna Kon/Shutterstock.com

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