Frei vom Beatmungsgerät

Frei vom Beatmungsgerät


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Neurologische Erkrankungen können eine künstliche Beatmung notwendig machen. Ein Ziel der Neurologischen Frührehabilitation: die Entwöhnung vom Beatmungsgerät. Drei Fragen an Atmungstherapeut Ingo Schwarz-Gewallig vom Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand.

Worauf kommt es bei der neurologischen Beatmungsentwöhnung an?

Atmungstherapeut Ingo Schwarz-Gewallig © Groß-Sand

Ingo Schwarz-Gewallig: Auf Teamwork – und zwar die enge Zusammenarbeit zwischen Intensivmedizin und -pflege und allen Berufsgruppen der Neurologischen Frühreha. Dazu zählen zum Beispiel Therapeuten der Physiotherapie, der Logopädie und der Neuropsychologie. Noch unter künstlicher Beatmung finden schon auf der Intensivstation Therapien statt. Insbesondere die Mobilisierung durch Physiotherapeuten und die Behandlung von Schluckstörungen durch Logopäden sind für die Atmung immens wichtig.

Warum ist das Wiedererlernen der Atmung bei neurologischen Patienten erschwert?
Ingo Schwarz-Gewallig: Anders als bei Lungenerkrankungen ist hier nicht „nur“ das Organ betroffen. Etwa nach einem Schlaganfall oder einer Hirnblutung kann die Atmung zusätzlich zentral im Gehirn gestört sein. Generell sind neurologische Krankheiten komplex und schwer vorhersehbar.

Wie läuft die Entwöhnung ab?
Ingo Schwarz-Gewallig: Eine Methode ist, die künstliche Beatmung phasenweise auszustellen und die Eigenatmung in immer größeren Intervallen zu trainieren. Auch kann ein Beatmungsgerät noch als Unterstützung der eigenen, sogenannten spontanen Atmung eingesetzt werden. Hinzu kommen manuelle Therapien wie Atem- und Zwerchfelltraining und der Einsatz von Atemtherapiehilfsmitteln. Das können zum Beispiel Hilfsmittel zur Unterstützung des Hustens oder zum Lösen von Sekreten sein.


Beitragsbild: © Olena Yakobchuk/Shutterstock.com

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