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Titelthema Frauengesundheit
Leichter durch die Therapie?
Schweißausbrüche mitten in der Nacht, Stimmungstiefs, Erschöpfung: Für viele Brustkrebspatientinnen gehört das zur antihormonellen Therapie dazu. Doch die Beschwerden lassen sich häufig lindern. Neue Medikamente und einfache Maßnahmen können den Alltag spürbar erleichtern.
Von Nzinga Tonkam
Die antihormonelle Therapie gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Behandlungen bei hormonabhängigem Brustkrebs. Sie verhindert, dass Östrogen das Wachstum der Krebszellen fördert. „Das Verfahren wirkt sehr gezielt, muss allerdings lange durchgeführt werden“, erklärt Prof. Dr. Felix Hilpert. Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe leitet gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen das Mammazentrum am Krankenhaus Jerusalem.
Individuelle Versorgung
Die oft mehrjährige Behandlung kann mit belastenden Nebenwirkungen ein hergehen. Neben Schlafproblemen oder Muskel- und Gelenkschmerzen treten bei manchen Patientinnen auch Libidoverlust oder Scheidentrockenheit auf. Psychische Belastungen können sich ebenfalls verstärken. Allerdings reagiert nicht jede Patientin gleich auf die Medikamente. „Es gibt verschiedene Arzneimittel, die sich in ihren möglichen Begleiterscheinungen unterscheiden. So kann die Behandlung individuell abgestimmt werden“, sagt der Experte.
Weniger Schweiß, mehr Schlaf
Besonders belastend können starke Hitzewallungen und Nachtschweiß sein. „Werden Patientinnen dadurch immer wieder aus dem Schlaf gerissen, kann das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen“, erklärt Prof. Hilpert. Eine neue Behandlungsmöglichkeit bietet Lynkuet. Das hormonfreie Medikament setzt an der Temperaturregulation im Gehirn an und kann so die Symptome lindern – auch bei Wechseljahresbeschwerden wird es bereits eingesetzt. „Natürlich haben Medikamente gegen Nebenwirkungen ebenfalls Nebenwirkungen. Deshalb wird immer gemeinsam abgewogen, ob der Nutzen überwiegt“, berichtet der Arzt.
Sport wirkt doppelt
Regelmäßige Bewegung kann Beschwerden lindern und zugleich das Risiko für einen Rückfall senken. Hilpert empfiehlt mindestens dreimal pro Woche 30 Minuten Aktivität, die den Kreislauf in Schwung bringt – etwa Radfahren oder zügiges Gehen. Gerade bei Muskel- und Gelenkschmerzen kann sanfte Bewegung dabei unterstützen, wieder aus der Schonhaltung herauszukommen.
Gemeinsam gegensteuern
Eine ausgewogene Ernährung und psychoonkologische Unterstützung können zusätzlich entlasten. Wichtig ist: Meist lässt sich gemeinsam ein Weg finden, mit den Begleiterscheinungen umzugehen und die Therapie möglichst gut in den Alltag zu integrieren.
Experte für diesen Artikel:

PROF. DR. FELIX HILPERT
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus Jerusalem Hamburg



