Heilung von Gebärmutterhalskrebs ist möglich


Zervixkarzinom

Heilung von Gebärmutterhalskrebs ist möglich

In Deutschland erkranken im Jahr um die 4.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Doch die Erkrankung kann operiert werden und hat heute gute Chancen auf eine Heilung.

Die gute Nachricht ist, dass es eine sehr gute Früherkennungsuntersuchung des Gebärmutterhalskrebs und insbesondere dessen Vorstufen gibt. Diese routinemäßige Untersuchung beim Gynäkologen enthält auch immer eine Testung auf Humane Papillomaviren (HPV). „Fast jede Gebärmutterhalskrebserkrankung lässt sich auf HPV zurückführen. Wenn keine HPV-Infektion vorliegt, ist die Wahrscheinlichkeit fast null, in den nächsten drei Jahren an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken“, erklärt Prof. Dr. Rüdiger Klapdor, Chefarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Albertinen Krankenhaus.

Die HPV-Impfung schützt vor Krebs

Einen effektiven Schutz vor der Krebserkrankung bietet laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) auch die HPV-Impfung. Vor allem, wenn sie im Alter zwischen 9 bis 14 Jahren erfolgt – am besten vor dem ersten Sexualkontakt. Humane Papillomaviren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Auch wenn eine Infektion mit HPV bereits 10 oder 15 Jahre zurückliegt, kann diese noch eine Krebserkrankung hervorrufen. „Im Alter von 40 Jahren erhöht sich meist das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, es kann aber auch deutlich jüngere Frauen treffen“, erklärt der Chefarzt.

Aber ein Zervixkarzinom, wie der medizinische Fachbegriff für Gebärmutterhalskrebs lautet, entwickelt sich langsam. Es kann heute oftmals geheilt werden. Auch ein späterer Kinderwunsch ist nicht immer gleich ausgeschlossen.

Je kleiner der Tumor, umso besser stehen die Chancen auf eine Schwangerschaft.

Mit individueller Medizin geht es dem Tumor an den Kragen

„Bei einem kleinen Tumor reicht es meist, eine soge-nannte Konisation durchzu-führen und einen kleinen Kegel aus dem Gebärmut-terhals herauszuschneiden. Dieser minimalinvasive Eingriff kann im Idealfall schon bei der Vorunter-suchung zur Diagnostik stattfinden.“ Anschließend wird anhand der genauen Untersuchungsergebnisse beraten, ob diese Therapie ausreicht oder dazu eine minimalinvasive Wächterlymphknoten-entnahme nötig ist. Sie zeigt, ob die Lymphknoten auch schon erkrankt sind. „Ist ein Tumor mittelgroß, wird ein Teil des Gebärmutterhalses entfernt, eine sogenannte Trachelektomie. Sie hat den Vorteil, dass der Gebärmut-terkörper nicht in Mitleiden-schaft gezogen wird. Einer späteren Schwangerschaft steht daher meist nichts im Wege“, erklärt der Gynäko-loge. Bei mittelgroßen Tu-moren werden zudem auch die Lymphknoten auf Krebs überprüft. Sind sie befallen, wird eine Strahlentherapie anstatt einer Gebärmutterentfernung empfohlen. Sind neben der Gebärmutter auch Harnblase oder Darm erkrankt, sind eine Strahlen- und Chemotherapie die beste Option. „Doch im allerbesten Fall“, fügt Prof. Dr. Klapdor hinzu: „kommt es zu alledem erst gar nicht, weil eine HPV-Impfung erfolgte und die Frauen regelmäßig zur Vorsorge gehen.“

PROF. DR. RÜDIGER KLAPDOR
Chefarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Albertinen Krankenhaus

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