Querschnittlähmung: Gefahr steigt im Alter

Querschnittlähmung: Gefahr steigt im Alter


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Viele denken bei der Diagnose an Motorradunfälle von leichtsinnigen jungen Menschen. Doch tatsächlich nimmt die Zahl der Querschnittlähmungen im Alter zu – besonders durch erkrankungsbedingte Ursachen.

Das Thema gewinnt an Bedeutung, betont PD Dr. med. Roland Thietje, Chefarzt im Querschnittgelähmten-Zentrum des BG Klinikum Hamburg – denn die Menschen werden immer älter und erkrankungsbedingte Lähmungen häufiger. „Zum Beispiel können Krebs-Metastasen auf das Rückenmark drücken. Durchblutungsbedingt sind Infarkte im Rückenmark möglich“, so Dr. Thietje. Viele Herzpatienten nehmen Blutverdünner. Diese können spontan zu Blutergüssen führen. In der Nähe des Rückenmarks kann das gefährlich sein. Deshalb rät der Experte dazu, sich nicht selbst zu überschätzen, um Unfälle zu vermeiden. Sein eindringlicher Rat: „Auch wenn es schwerfällt – wer nicht mehr sicher zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte sich ebensowenig auf ein E-Bike setzen.“

Alter verstärkt die Probleme

Die Diagnose „Querschnittlähmung“ ist ein großer Einschnitt ins gewohnte Leben. „Bei älteren Patienten treten alle zu erwartenden Schwierigkeiten verstärkt auf, denn die Querschnittlähmung ist oftmals nur ein Teil der gesundheitlichen Probleme“, erläutert Dr. Thietje. „Sie führt dazu, dass das bis dahin gerade noch funktionierende System kippt und ein Leben zu Hause unmöglich wird.“ Auch ist für die gleichaltrigen Lebenspartner die Pflege oft schwierig. Unterstützung finden sie im Querschnittgelähmten-Zentrum Hamburg, das eine lebenslange Nachsorge anbietet.


Beitragsbild: © BG Klinikum Hamburg

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