Beckenbodenschwäche

Power für den Beckenboden

Power für den Beckenboden


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Probleme mit der Blase, Druckgefühl im Unterleib und Schmerzen beim Sex.  All das können Symptome einer Beckenbodenschwäche sein. Gezieltes Training kann den  Beckenboden stärken und Beschwerden vorbeugen.

Der Beckenboden leistet Tag für Tag ganze Arbeit. In ihm stützen Muskulatur und Bindegewebe wichtige Organe wie Gebärmutter, Harnblase oder Mastdarm und halten sie in Position. Ist der Beckenboden geschwächt oder verletzt, können Organsenkungen mit unangenehmen Symptomen folgen. „Organsenkungen, zum Beispiel der Gebärmutter, können bei besonders großer Belastung des Beckenbodens durch Übergewicht, schwere körperliche Arbeit sowie einen komplizierten vaginalen Geburtsverlauf entstehen“, erklärt Dr. Mahtab Bazargan, Operateurin in der Facharztklinik Hamburg und niedergelassene Frauenärztin in der Frauenklinik an der Elbe.

Dr. Mahtab Bazargan

Dr. Mahtab Bazargan, Operateurin an der Facharztklinik Hamburg (c) FAK

Organsenkung behandeln: auf die Patientin zugeschnitten

Die Symptome können unterschiedlich sein. „Meist ist das Krankheitsbild mit Druckgefühl in der Scheide vor allem bei Bewegung und beim Geschlechtsverkehr verbunden. Je nach Ausprägung der Senkung können zudem Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Harndrang oder Inkontinenz hinzukommen“, sagt Dr. Bazargan. Im Extremfall können Gebärmutter oder Blase auch durch die Scheide nach außen treten. Diese Beschwerden sind es, mit denen sich Patientinnen zum Gynäkologen begeben.
Mittels gynäkologischer Untersuchung, Ultraschall und Blasendruckmessung wird die Diagnose gestellt. „In allen Fällen muss mit den Patientinnen besprochen werden, was für sie individuell der beste Ansatz ist. Je nach Ausprägung empfehlen die Ärzte aber meist zunächst eine konservative Therapie in Form von Beckenbodentraining oder Pessar-Therapie“, so Dr. Bazargan. Alter, sexuelle Aktivität, Lebensstil und Familienplanung sind allesamt wichtige Faktoren, die es bei der Wahl der Behandlung zu beachten gilt.

Stationäre und ambulante Eingriffe

Reicht die Stärkung des Beckenbodens durch Beckenbodentraining allein nicht aus oder kann eine PessarTherapie nicht durchgeführt werden, gibt es eine Reihe von chirurgischen Eingriffen, die je nach Krankheitsbild ambulant oder stationär durchgeführt werden können. „Bei einer Gebärmuttersenkung können wir beispielsweise die Gebärmutter minimalinvasiv an der Wirbelsäule fixieren, ohne Narben in der Scheide zu hinterlassen“, sagt Dr. Bazargan. „Bei komplexeren Organsenkungen mit mehreren betroffenen Organen kann eine Operation durch die Scheide notwendig werden. Dann muss ein mehrtägiger stationärer Aufenthalt zum Beispiel in der Facharztklinik erfolgen.“ Das Team von Dr. Bazargan verzeichnet jährlich circa 600 bis 700 stationäre Beckenboden-Eingriffe. Ziel ist dabei, den Beckenboden ohne Fremdmaterial wie beispielsweise Netze wiederherzustellen.


Beitragsbild: © elenavolf/Shutterstock.com

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