PASCAL – kleiner Helfer bei Herzschwäche

PASCAL – kleiner Helfer bei Herzschwäche


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PASCAL ist nicht nur ein Jungenname. Es ist auch der Name einer neuen Behandlung bei undichter Mitralklappe, eine der vier Herzklappen. Insbesondere älteren Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko kann die Therapie helfen. Zu den ersten behandelten Patienten in
Norddeutschland gehört die 84-jährige Ursula A.

Über mehrere Wochen hatte Ursula A. einen viel schnelleren Puls als sonst verspürt. Von einem Tag auf den anderen bekam sie dann kaum noch Luft – sie machte sich große Sorgen. Ihre Befürchtung bestätigte sich: Es war das Herz. Genau genommen, war eine ihrer vier Herzklappen undicht.

DIAGNOSE HERZSCHWÄCHE

Weil die sogenannte Mitralklappe, welche sich auf der linken Seite des Herzens zwischen linker
Herzkammer und linkem Vorhof befindet, nicht mehr richtig schloss, litt Ursula A. unter massiver Luftnot. Bei einer undichten Mitralklappe fließt das sauerstoffreiche Blut von der linken Kammer
in den linken Vorhof zurück. Durch den ständigen Rückfluss (Pendelvolumen) entwickelt sich eine Überlastung der Herzkammer, was die Entwicklung einer Herzschwäche zur Folge haben kann.
Die gute Nachricht für Ursula A. war, dass Herzklappen repariert werden können. Die weniger gute, dass Ursula A. in ihrem hohen Alter und aufgrund ihrer Begleiterkrankungen nicht für ein chirurgisches Verfahren infrage kam.

VORTEILE DES NEUEN VERFAHRENS

Ihr behandelnder Arzt, Prof. Dr. Ulrich Schäfer, Chefarzt der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin am Zentrum für Innere Medizin des Marienkrankenhauses, riet der hochbetagten Patientin daher zu einem neuen Mitralklappen- Clipverfahren. „Die minimal-invasive Behandlung der höhergradigen Mitralklappen-Insuffizienz mit einem Clipverfahren führt nachweislich zur nachhaltig effektiven Verringerung der Herzschwäche“, so der renommierte Mediziner. „Nun gibt es ein neues Mitralklappen-Clipverfahren, das u. a. durch beweglicheres Material Vorteile mit sich bringt: die Implantation des PASCALClips.“ Mithilfe eines Kathetersystems führt der Arzt den PASCAL-Clip über die Leistenvene bis zum Herzen. Dann positioniert und befestigt er den PASCAL an den beiden Segeln der Mitralklappe. „Durch einen zusätzlich abdichtenden Füllkörper wird die Undichtigkeit der Klappe noch besser überbrückt und
die Ventilfunktion der Klappe wiederhergestellt“, so Schäfer, der diese Behandlung gemeinsam mit seinem Team erstmalig in ganz Norddeutschland eingesetzt hat.


Beitragsbild: © ilusmedical/Shutterstock

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