Minikügelchen verkleinern Prostata

Minikügelchen verkleinern Prostata


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Von einer gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse ist jeder zweite Mann ab 50 betroffen. Die Prostata engt die Harnröhre ein – Schwierigkeiten beim Wasserlassen sind die Folge. So erging es auch Detlev Wecker. Nichts half. Dann stieß er auf eine neue Methode…

Als der 59-Jährige im Fernsehen von der Prostata-Arterien-Embolisation (PAE) hörte, hatte er schon eine längere Leidensgeschichte hinter sich. Medikamente schlugen nicht an, eine OP war erfolglos geblieben. „Die Beschwerden waren sogar schlimmer als vor der Operation“, erzählt der Frührentner aus Lüneburg. „Etwa alle 20 Minuten musste ich zur Toilette – eine enorme Einbuße meiner Lebensqualität!“ Wecker war froh, dass es nun eine neue Methode geben sollte, die Hilfe versprach.

Prof. Dr. Christian Habermann Chefarzt am Institut für Diagostiosche und Interventionelle Radiologie am Marienkrankenhaus Hamburg

Sanfte Methode bei Prostatavergrößerung
In Norddeutschland wird die minimal-invasive Prostata-Embolisation – eine sanfte Alternative zu den anderen Behandlungsmethoden – exklusiv am Marienkrankenhaus durchgeführt. Rund 200 Patienten wurden bereits in der Hamburger Klinik embolisiert. „Dabei werden die Prostata versorgenden Arterien mit kleinen Gelatinekügelchen verschlossen“, erklärt Prof. Dr. Christian Habermann, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie, der eng mit Urologen zusammenarbeitet. Hierzu bringt der Arzt die Kügelchen über einen Katheter in die Prostata-Arterie ein, wodurch der Blutfluss zur Drüse gestoppt wird. Der etwa ein- bis zweistündige Eingriff erfolgt über einen 1,6 mm kleinen Einstich in der Leiste und wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Schnelle Besserung
„Die Verödung war ein voller Erfolg“, so Detlev Wecker. „Bereits nach wenigen Wochen war die Prostata um die Hälfte geschrumpft, der Harndrang wurde schwächer, und das Wasserlassen ging immer schneller.“ Studienergebnisse zeigen: Bei der PAE besteht ein geringeres Risiko gegenüber einer Operation, und es gibt keine Nachblutungen über die Harnwege. „Auch sind bei meinen Patienten anschließend weder Kontinenz- noch Potenzprobleme aufgetreten“, so Prof. Habermann.

Bildquellen: © Marienkrankenhaus

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