Mit Sport, Akupunktur und Qigong gegen den Krebs

Mit Sport, Akupunktur und Qigong gegen den Krebs


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Eene meene, eins, zwei, drei – jetzt sind Sie krebsfrei. Hex hex! Ganz so einfach ist es leider nicht. Doch während Alternativmedizin vor einigen Jahren noch von vielen als Hokuspokus abgetan wurde, ist sie heute fester Bestandteil in der Krebstherapie.

Die sogenannte Integrative Onkologie bezeichnet das Zusammenspiel zwischen klassischen Behandlungsmethoden wie der Operation, Chemotherapie und Bestrahlung und anderen Faktoren, die das Wohlbefinden der Patient:innen während der Krebstherapie oder sogar auch den Genesungsverlauf begünstigen können“, erklärt Dr. Olaf Katzler, Leitender Arzt am Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem

Viele Nebenwirkungen können gelindert werden 

„Dazu zählen zum Beispiel Ernährung und Sport – beides muss häufig etwas angepasst werden – aber auch ergänzende Maßnahmen wie etwa Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin, Mineral- und Vitaminstoff- Analysen, psychologische Begleitung, die immunsystemstärkende Misteltherapie oder Qigong gehören dazu.“ Das Interesse am komplementärmedizinischen Angebot ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. „Mittlerweile fragen fast alle Patient:innen danach und wollen eine Einschätzung zu Wirksamkeit und Seriosität“, so Katzler. Absolut sinnvoll – denn viele Nebenwirkungen der Krebstherapie, wie Übelkeit oder Fatigue, können häufig erheblich gelindert werden. Selbsternannte Geistheiler:innen jedoch, die versprechen, mittels Handauflegen oder Telepathie ein Karzinom wegzaubern zu können, die Schulmedizin abwerten oder gar meinen, sie ersetzen zu können, seien gefährlich. 

Selbstheilungskräfte aktivieren 

Nichts spreche auf der anderen Seite dagegen, unterstützend zur Schulmedizin Selbstheilungskräfte zu aktivieren – zum Beispiel durch Achtsamkeitsworkshops, MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction), Meditation oder eine ausgewogene Ernährung. „Jeder Mensch tickt anders. Was dem einen hilft und guttut, bringt einen anderen vielleicht gar nicht weiter“, weiß Katzler. „Deswegen nehmen wir uns am Mammazentrum im ärztlichen Gespräch die Zeit herauszufinden, was unsere Patient:innen möchten, womit sie sich wohlfühlen und was in Kombination mit der konventionellen Diagnostik und Therapie sinnvoll für sie ist.“
Eins ist laut Katzler in jedem Fall klar: „Integrative Onkologie ist keine Hexerei, sondern absolut zeitgemäß und sollte jedem krebskranken Menschen zugänglich sein. Denn in Kombination mit der Schulmedizin ist sie absolut sinnvoll und kann diese hervorragend ergänzen.“


Beitragsbild: © Olena-Yakobchuk/shutterstock

 
 
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