Unterleibskrebs hat viele Gesichter

Unterleibskrebs hat viele Gesichter


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Einige Frauen haben genetisch bedingt ein höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken als andere. Wer darum weiß, kann gegen den Ausbruch des Krebses ankämpfen.

Früher war es üblich, ganz allgemein von „Unterleibskrebs“ zu sprechen. Das ist jedoch nicht richtig, denn jeder Teil der inneren und äußeren weiblichen Genitale kann von Krebs betroffen sein. Darüber sprach die gb! mit Prof. Dr. Linn Wölber vom Dysplasiezentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem.

Welche Tumortypen und wie viele verschiedene gibt es? 

Die Vulva, die Vagina, der Gebärmutterhals, die Gebärmutterschleimhaut, die Eileiter, die Eierstöcke ... Wir haben es mit sehr vielfältigen Tumoren zu tun, die von ihrem biologischen Verhalten alle ganz verschieden sind. Den EINEN Unterleibskrebs gibt es gar nicht. 

Welche sind am häufigsten? 

Sehr häufig tritt das sogenannte Endometriumkarzinom auf, also Krebs an der Gebärmutterschleimhaut. Fast 11.000 Frauen erkranken jährlich daran. Gut 7.000 Neuerkrankungen im Jahr gibt es beim Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) und um die 4.000 beim Gebärmutterhalskrebs, dem Zervixkarzinom. 

Wie entstehen gynäkologische Tumoren? 

Gründe für das Auftreten von Krebs der weiblichen Genitale sind verschieden. Das kann eine genetische Vorbelastung sein, eine andauernde Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) oder allgemein ein ungesunder Lifestyle, sprich Übergewicht, Nikotin, Alkohol und Sportmangel. Wer nicht gut mit sich und seinem Körper umgeht, hat generell ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken als Menschen mit einem Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil.

Wie kann ich mich schützen? 

Grundsätzlich gilt, dass viele gynäkologische Tumoren geheilt werden können. Je früher sie erkannt werden, desto besser. Deswegen ist es wichtig, regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. Dabei können auch Auffälligkeiten und Krebsvorstufen entdeckt werden, die in einem unkomplizierten ambulanten Eingriff entfernt werden, damit Krebs gar nicht erst entstehen kann. Empfehlenswert ist außerdem die Impfung gegen HPV, die bei Kindern zwischen 9 und 14 Jahren von den Krankenkassen übernommen wird. Leider lassen sich immer noch viel zu wenige Mädchen – möglicherweise durch Unwissenheit der Eltern – in dieser Altersklasse impfen. Schade, denn durch die Impfung kann eine spätere Infektion beim Geschlechtsverkehr vermieden werden und damit auch Gebärmutterhalskrebs – eine Krebsart, die es dank der Impfung eigentlich kaum noch geben müsste.

Hier geht es zur Website der Deutschen Krebsgesellschaft!


Beitragsbild: © moopsi/ shutterstock

 
 
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