Schwanger mit Epilepsie?

Schwanger mit Epilepsie?


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Als die 28-jährige Julia K. sich ein Kind wünschte, war sie verunsichert: Sollte sie trotz ihrer Erkrankung schwanger werden oder war dies nicht viel zu gefährlich?

Epilepsie zählt zu den häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen. Etwa jeder Achtzigste ist betroffen. „Fast täglich kommt eine junge Frau wie Julia K. zu uns ins Epilepsie-Zentrum, die aufgrund ihrer Erkrankung Angst hat, kein Baby bekommen zu können“, sagt Dr. Stefan Stodieck, Chefarzt des Fachbereichs Neurologie und des Epilepsie-Zentrums am Ev. Krankenhaus Alsterdorf.

Dabei können Frauen mit Epilepsie heutzutage meist problemlos schwanger werden und ein gesundes Kind zur Welt bringen. Dazu bedarf es jedoch einer gründlichen Vorbereitung. „Einige Medikamente gegen epileptische Anfälle wie Valproinsäure können die Fehlbildungsrate deutlich erhöhen und zu Entwicklungsstörungen des Kindes führen. Daher ist es besonders wichtig, schon vor der Schwangerschaft auf das richtige Medikament umzustellen“, so Stodieck. Aber auch Anfälle in der fortgeschrittenen Schwangerschaft können lebensgefährlich für den Fötus werden, beispielsweise wenn die Schwangere stürzt.

„Je länger die Mutter zuvor anfallfrei war, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie es in der Schwangerschaft bleibt“, weiß der Experte. Dr. Stodieck rät allen Betroffenen, sich vor Beginn einer Schwangerschaft in einer Spezialambulanz beraten zu lassen. Julia K. ist inzwischen Mutter einer kleinen Tochter. Die natürliche Geburt verlief ohne Komplikationen.


© Prostock/Shutterstock.com

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