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Darmkrebsvorsorge mit Künstlicher Intelligenz

Darmkrebsvorsorge mit Künstlicher Intelligenz


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Es klingt fast ein wenig nach Science-Fiction: Während der Darmspiegelung blinkt auf dem Überwachungsbildschirm ein kleines Signal auf. Ein Polyp wurde entdeckt – in der Zeit eines Lidschlages und ohne menschliches Zutun! Wie das möglich ist? Mit Künstlicher Intelligenz (KI), die während der Behandlung als „zusätzliches Auge“ assistiert.

Immer häufiger hört man von Künstlicher Intelligenz. Nun ist sie auch bei medizinischen Untersuchungen wie der Darmspiegelung angekommen. Dr. Ulrich Rosien, Leitender Arzt in der Medizinischen Klinik und Leiter der Endoskopie am Israelitischen Krankenhaus, freut sich über seine neue Partnerin: „Für uns ist es vergleichbar mit dem Assistenzsystem eines Autos, das Mehr- Augen-Prinzip ist ja von großem Vorteil für den Patient:innen!“ 

Menschliche und Künstliche Intelligenz – ein gutes Team 

Das System besteht aus einem Prozessor, dem anhand einer riesigen Datenbank nicht nur endoskopische Bilder, sondern endoskopisches „Denken“ beigebracht wird, um bei der Untersuchung auffällige Merkmale im Darm zu erkennen und anzuzeigen. „Der/die Arzt/Ärztin führt die Behandlung wie gewohnt durch – für die Patient:innen ändert sich dabei nichts“, so Dr. Rosien. „Natürlich ist die Technik noch längst nicht so weit, uns die Suche nach Polypen abzunehmen. Ich bezeichne es eher als ein weiteres Auge, dessen Vorteil es ist, dass es nie ermüdet. Gute Teamarbeit, sozusagen“, schmunzelt der Fachmann. 

Vorsorge: Gefahr erkannt und gebannt 

„Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit. Ob nun mit KI gearbeitet wird oder nicht: Vorsorge ist das A und O“, betont Dr. Rosien. „Ich kann es meinen Patient:innen gar nicht oft genug ans Herz legen: Durch konsequente Vorsorge kann das Darmkrebsrisiko reduziert werden. Wir verhindern Krebsleiden und retten Leben.“ Denn: Wird ein Polyp oder eine Veränderung der Darmwand bei der Spiegelung erkannt, wird sofort gehandelt. Die Anomalie wird entfernt, noch bevor sie zur Gefahr wird. „Und damit auch nichts übersehen wird, freuen wir uns natürlich über unsere neue Unterstützung. Drei Augen sehen mehr als zwei!“


Beitragsbild: © Khakimullin Aleksandr/shutterstock

 
 
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