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DEM TUMOR EIN SCHNIPPCHEN SCHLAGEN

DEM TUMOR EIN SCHNIPPCHEN SCHLAGE


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Darmkrebs muss nicht sein. Denn diese Krebsart sowie Vorstufen können mit einer einfachen Untersuchung gut frühzeitig erkannt und therapiert werden. Wie so oft gilt auch hier: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

An seinem 50. Geburtstag wurde Olaf Rilke aus Borgfelde zur Darmkrebsvorsorge eingeladen. Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Tumorerkrankung, an der jährlich mehr als 60.000 Menschen erkranken. Kurzerhand beschloss der Borgfelder, einen Termin zur Koloskopie, also einer Darmspiegelung, auszumachen. Eine Entscheidung, über die er bis heute froh ist – denn bei der Untersuchung fanden die Ärzt:innen Polypen im Enddarm. „Polypen sind pilzförmige Geschwülste in der Schleimhaut des Dickdarms und eine Vorstufe für Darmkrebs“, erklärt Dr. Peter Bürgel, Leiter des Darmzentrums am Kath. Marienkrankenhaus. Da sich der Tumor über Jahre entwickelt, hilft die Vorsorgeuntersuchung dabei, Darmkrebserkrankungen nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern sogar zu verhindern. 

GUTE HEILUNGSCHANCEN 

Vor der Darmspiegelung war Olaf Rilke nervös – sowohl wegen der Untersuchung als auch des möglichen Ergebnisses. „Das ist verständlich, aber unbegründet. Die Koloskopie findet unter einer Kurznarkose statt und ist in der Regel schmerzfrei“, beruhigt Dr. Bürgel. Auch bei auffälligem Befund besteht meist kein Grund zur Sorge. „Die Polypen können wir unkompliziert bereits während der Darmspiegelung mit einer Schlinge abtragen. Und bei früher Erkennung liegen die Heilungschancen von Darmkrebs bei über 90 Prozent“, führt der Chirurg aus. Tumore lassen sich in den meisten Fällen operativ vollständig entfernen. „Wichtig ist dabei, dass wir das umliegende Gewebe sowie die Lymph- und Blutgefäße mit wegnehmen, damit der Tumor nicht streuen kann“, so Dr. Bürgel weiter. Das sei auch bei größeren Geschwüren kein Problem, denn für den Körper sei es ausreichend, wenn 60 bis 80 Zentimeter Restdarm verbleiben: „Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase passt sich der Darm an die veränderten Bedingungen an und funktioniert wie vor der Operation.“ 

KASSEN ZAHLEN FRÜHERKENNUNG 

Da die rechtzeitige Erkennung die Heilungschancen erheblich verbessert oder die Erkrankung sogar verhindern kann, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Vorsorgeuntersuchung. So wird die Darmspiegelung zweimal alle zehn Jahre für Männer ab 50 und Frauen ab 55 übernommen. Besteht eine familiäre Vorbelastung, wird die Untersuchung bereits früher gezahlt. „Ich bin sehr glücklich, dass ich die Vorsorge damals gemacht habe, und jeden Tag dankbar, dass mir die Krebserkrankung erspart geblieben ist“, sagt Olaf Rilke und ermutigt alle dazu, die Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen.

Darmkrebsvorsorge in Zahlen 

Die Darmspiegelung hat in einem Zeitraum von zehn Jahren rund 180.000 Menschen vor Darmkrebs bewahrt und bei weiteren 40.000 wurden Tumore in frühen Stadien entdeckt und beseitigt. So hatten die Behandelten ausgezeichnete Heilungschancen. Das zeigt eine Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg von 2015. Bis Oktober 2018 haben rund sieben Millionen Menschen die Vorsorgeuntersuchung wahrgenommen. Die Felix Burda Stiftung geht davon aus, dass so circa 130.000 Todesfälle und 270.000 Neuerkrankungen verhindert werden konnten.


Beitragsbild: © Peakstock/shutterstock

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