Der Starfighter unten den Insulintherapien

Der Starfighter unten den Insulintherapien


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Diabetiker Udo Walz nutzt eine Insulinpumpe, um sich das lebenswichtige Hormon nicht mit dem Pen oder der Spritze injizieren zu müssen. Dr. Jürgen Wernecke, Chefarzt der Klinik für Diabetologie am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, erklärt, was dabei zu beachten ist.

Menschen mit Diabetes müssen sich künstlich Insulin, ein wichtiges Hormon für den Stoffwechsel, zuführen. Bei sog. Basis-Bolus-Therapien mit Pen oder Spritze bekommen Patienten ein den Grundbedarf deckendes, lang wirkendes Insulin sowie ein kurz wirkendes Insulin, welches zu den Mahlzeiten gespritzt wird. Wenn der Grundbedarf am Tage unterschiedlich hoch ist, hat eine Insulinpumpe den Vorteil, dass dieser individuelle Grundbedarf vorher in die Pumpe einprogrammiert werden kann. Für jede Stunde des Tages kann eine unterschiedliche Abgabemenge bestimmt werden.

„Eine Insulinpumpe ist nichts anderes als ein kleiner programmierbarer Elektromotor – es wird stets Insulin ausgeschüttet, wenn es benötigt wird“, erklärt Dr. Wernecke. Wer z. B. Sport treibt, benötigt weniger. Wer ein Faible für Technik hat, wird diese Therapieform mögen. Daher ist sie besonders auch für Kinder geeignet. „Ich nenne die Pumpe immer den Starfighter unter den Insulintherapien – man braucht aber ein gutes Radar. Das bedeutet, man muss häufi ger den Blutzucker messen, da die Nadel der Pumpe auch mal verstopfen kann. Dann besteht die Gefahr eines akuten Insulinmangels“, warnt der Arzt. Vor Therapiebeginn sollte es stets eine intensive Schulung geben. Noch muss der Patient also genau eingeben, was er isst, damit der Insulinbedarf korrekt berechnet wird. In Zukunft soll es aber sogar möglich sein, dass der kleine Computer alle Daten ausliest und dann Empfehlungen für die Hormonzufuhr gibt.

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