Moderne roboterassistierte Therapie bei Blasentumor

Moderne roboterassistierte Therapie bei Blasentumor


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Das Blasenkarzinom ist mit ca. 16.000 neuen Fällen pro Jahr die zweithäufigste Krebserkrankung des Harn- und Geschlechtssystems nach dem Prostatakarzinom. Männer sind vor allem im Alter zwischen 70 und 75 betroffen und generell etwa dreimal häufiger als Frauen. Das Risiko, daran zu erkranken, ist bei Rauchern etwa 2- bis 4-fach erhöht.

Die Therapie ist abhängig von der Art, Lage und Ausbreitung des Tumors. Die nicht muskelinvasiven und oberflächlichen Tumoren können durch die Harnröhre entfernt werden. Hat sich der Krebs schon über die Schleimhautschichten in den Muskel des Organs ausgebreitet oder wächst er besonders aggressiv? Dann wird die Blase in der Regel zusammen mit dem Tumor entfernt. Diesen kompletten Eingriff nennen Fachleute „radikale Zystektomie“. Sie gehört in vielen Krankenhäusern zur Routine. Relativ neu ist allerdings der minimalinvasive Eingriff mithilfe der
DaVinci®-Methode, wie sie das Albertinen Krankenhaus vornimmt – als erste Klinik in Hamburg routinemäßig. Dabei handelt es sich um eine roboterassistierte OP-Technik. Das System dafür besteht aus drei wesentlichen Bausteinen: der Steuerkonsole, dem Videoturm und dem Patientenwagen. An der Steuerkonsole sitzt der Operateur und blickt durch das Okular. Seine Hände befinden sich in je einer frei beweglichen Griffeinrichtung. Diese übersetzen die Bewegung
der Finger und Handgelenke in elektronische Steuersignale, um dann auf die Arme des roboterassistierten Systems übertragen zu werden, an denen die chirurgischen Instrumente und die Kamera befestigt sind. Das System unterstützt den Arzt durch eine hochauflösende 3D-Sicht
mit bis zu 10- bis 40-facher Vergrößerung des Operationsfeldes, sodass selbst feine Strukturen wie Nerven und Gefäße genau zu sehen sind und der Operateur auf engstem Raum zielsicher hantieren kann. Harnblasen-Ersatz während der OP „Ist das Blasenkarzinom lokal nicht fortgeschritten,
so ist eine Heilung und in vielen Fällen auch die Erhaltung der Erektionsfähigkeit bei Männern möglich“, erklärt Dr. Henrik Zecha, Chefarzt der Klinik für Urologie und Uroonkologie im Albertinen Krankenhaus. „Zudem wird die Harnblase während der gleichen Operation ersetzt –
entweder durch ein sogenanntes Ileum conduit, eine Ableitung an der Bauchwand, oder durch eine kontinente Neoblase, das heißt eine neue Harnblase aus ca. 50 cm Dünndarm.“ Nach einer Übergangszeit kann der Patient bzw. die Patientin mit der Neoblase wieder auf natürlichem Wege
Wasser lassen. Dr. Zecha: „Welche Therapieform die optimale ist, entscheiden wir gemeinsam mit unseren Patienten abhängig von Alter, Nebenerkrankungen und den Vorbefunden.“ Durch dieses moderne Verfahren verkürzt sich die Krankenhausverweildauer, und die Risiken des Eingriffs
werden deutlich reduziert.


Beitragsbild: © Immanuel Albertinen Diakonie

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