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Oft unerkannt: die Dünndarmfehlbesiedlung

Oft unerkannt: die Dünndarmfehlbesiedlung


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Viele Menschen leiden unter Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfällen. Dahinter steckt nicht selten eine Fehlbesiedlung des Dünndarms. Doch obwohl sie gut zu behandeln ist, bleibt sie oft unerkannt.

Billionen von Bakterien unterstützen uns täglich bei der Nahrungsverwertung. Die meisten davon leben im Dickdarm, wo sie schwerverdauliche Stoffe zersetzen und den Nahrungsbrei in Stuhl verwandeln. Der zuvor passierte Dünndarm, in dem Nährstoffe aufgenommen werden, wirkt im Vergleich fast steril. Wird der sonst aktive Schutz gestört, breiten sich die Bakterien aus dem Dickdarm im Dünndarm aus und es kommt zu einer Dünndarmfehlbesiedlung.

Wichtige Bakterien am falschen Ort

Normalerweise sorgen körpereigene Barrieren wie die Magensäure, Muskelaktivitäten des Darms und eine Muskelklappe zwischen Dünn- und Dickdarm dafür, dass kaum Bakterien in den Dünndarm gelangen. Sind diese Barrieren z. B. durch die Einnahme von Medikamenten gegen Sodbrennen, durch Operationen im Magen-Darm-Trakt oder Autoimmunkrankheiten gestört, begünstigt dies die Fehlbesiedlung. Die sonst nützlichen Bakterien machen sich im Dünndarm über das reiche Nahrungsangebot her, zersetzen Zucker und produzieren dabei Gase und kurzkettige Fettsäuren. Die Folge: Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit. Ist die Überwucherung stark ausgeprägt, kann sie auch zu Gewichtsverlust oder Vitaminmangel führen. 

Fremdlinge richtig erkennen 

„Unsere Patient:innen sind oft ältere Menschen, da sie Risikofaktoren vereinen, aber auch junge Menschen sind betroffen“, berichtet Dr. Viola Andresen, Leitende Ärztin am Ikaneum, dem neuen Fachinstitut für Darmgesundheit und Ernährung am Israelitischen Krankenhaus Hamburg. Ein Glukose-H2-Atemtest kann die Diagnose bestätigen, ist jedoch nicht immer verlässlich, weshalb Dr. Andresen auch Risikofaktoren und Beschwerden miteinbezieht. „Oft wird der Test bei solchen Beschwerden gar nicht durchgeführt oder es wird stattdessen auf Laktose oder Fruktose-Unverträglichkeit getestet. Diese Testergebnisse fallen dann bei einer Fehlbesiedlung falsch positiv aus“, bemängelt sie. Dadurch bleibt die Dünndarmfehlbesiedlung oft unerkannt, obwohl sie, wenn darauf getestet wird, häufig vorkommt. 

Lokal wirkende Antibiotika und spezielle Diäten bringen Linderung 

Ein Antibiotikum, das nur im Darm wirkt, hilft Nebenwirkungen wie Bakterienresistenzen oder Unverträglichkeiten zu minimieren. Auch spezielle Diäten tragen ergänzend zur erfolgreichen Linderung der Beschwerden bei.

Weiterführende Informationen finden Sie hier!


Beitragsbild: © SurfsUp/shutterstock

 
 
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