3D-Brillen können Leben retten

3D-Brillen können Leben retten


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Von der Computerspieleindustrie entwickelt, werden 3D-Brillen bislang vor allem von Zockern genutzt. Noch. In der Medizindiagnostik eingesetzt, können sie Leben retten.

Beim Skifahren gestürzt oder auf dem Fußballplatz beim Kopfball mit dem  Gegenspieler zusammengestoßen – wer sportlich aktiv ist, kann schnell eine leichte Gehirnerschütterung bekommen. Das Problem ist: Kommt es danach zu einem weiten Schädel-Hirn-Trauma, kann dies gefährliche, sogar tödliche Folgen haben. „Das Gehirn schwillt an, Nervenzellen sterben ab. Bei einzelnen häufigeren Gehirnerschütterungen, wie bei Football-Spielern nachweislich oftmals der Fall, kann auch eine chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE) auftreten. Die Symptome ähneln denen einer Demenz“, erklärt Dr. Helge Riepenhof, Chefarzt der Sportprävention und Sportrehabilitation am BG Klinikum Hamburg. War es bislang nur sehr schwer möglich, ein leichtes Hirn-Schädel-Trauma zu erkennen, gibt es nun ein neues Analyseverfahren: Eye-Tracking, auf Deutsch Blickverlaufsmessung, mithilfe einer 3D-Brille.

„Die Brille ist mit vier kleinen Hochgeschwindigkeitskameras ausgestattet, die die Augenbewegungen filmen“, so Riepenhof. „Der Patient muss mehrere Aufgaben erfüllen. Anhand der Augenreaktionen lässt sich rückschließen, ob die Gehirn-Augen-Kombination funktioniert.“ Bei Menschen mit Gehirnerschütterungen lasse sich häufig der Tunnelblick feststellen. Riepenhof ist Mannschaftsarzt des italienischen Fußballvereins AS Rom und setzt die Technik hier ein. „Leider ist es noch kein Standardverfahren, doch ich bin mir sicher, dass es auch im Amateursport eines werden wird“, so der Mediziner. Wird eine Gehirnerschütterung festgestellt, gibt es nur eine wichtige Akutmaßnahme: Ruhe.

© spaxiax/Shutterstock.com

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