Akute Demenz gibt es nicht

Akute Demenz gibt es nicht


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Delir und Demenz betreffen immer mehr Patienten. Werden sie vom Arzt nicht erkannt, kann das gravierende Folgen haben. Ein neues Screeningverfahren hilft bei der Diagnose.

„Einige Patienten über 65 machen einen verwirrten Eindruck, wenn sie ins Krankenhaus kommen. Deshalb führen wir ein Demenz- und Delir-Screening durch, das wir an unserer Klinik entwickelt und standardisiert haben“, sagt PD Dr. Christian Kügler, Chefarzt Innere Medizin und Geriatrie des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf. Dieses Vorgehen ist wichtig, denn im Unterschied zur Demenz hat die Verwirrtheit aufgrund eines Delirs immer eine organische, prinzipiell umkehrbare Ursache und tritt akut auf. Rechtzeitig erkannt, kann ein Delir daher gut behandelt werden, sodass bleibende Schäden häufig vermieden werden können.

Im ersten Schritt des Screening-Verfahrens wird zunächst überprüft, ob der Patient wach, ruhig und aufmerksam ist. Fällt es ihm schwer, Augenkontakt zu halten, wirkt er abwesend, unruhig oder verwirrt, liegt der Verdacht eines akuten deliranten Zustands nahe. Dieser wird entsprechend abgeklärt und behandelt. „Zeigt der Patient allerdings keine dieser Auffälligkeiten, klären wir mithilfe von vier Fragen ab, ob der Patient Anzeichen einer Demenzerkrankung aufweist“, so Dr. Kügler. „Kann der Patient auch nur eine dieser Fragen nicht sicher beantworten, erfolgt eine weitergehende psychologische Testung bezüglich kognitiver Defizite und im positiven Fall eine medizinische Abklärung und Sozialberatung.“

Ziel des Screenings ist es, kein Delir zu übersehen und eine Demenz frühzeitig zu erkennen, um den Patienten optimal behandeln zu können. 


Beitragsbild: © David Pereireas/Shutterstock.com

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