Brustkrebs – Vorsicht bei Früherkennung per Bluttest

Brustkrebs - Vorsicht bei Früherkennung per Bluttest


Image

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland ist jede achte betroffen. Heutzutage sind jedoch fast 90 Prozent der Fälle heilbar. Denn neue Therapien entwickeln sich ständig weiter. Auch auf dem Gebiet der Tumor-Früherkennung wird weltweit intensiv geforscht.

Eine zukunftsträchtige Methode ist hier ein neuartiger Bluttest, den Heidelberger Forscher Ende Februar mit großem Medien-Tamtam präsentierten. Mithilfe der Analyse können sogenannte Biomarker erkannt werden, die auf eine Krebserkrankung schließen lassen. Mehr als 900 Frauen – 500 davon mit Brustkrebs – wurden dafür untersucht. Die Treffsicherheit lag bei den Brustkrebspatientinnen bei 75 Prozent. Bei den unter 50-Jährigen sei die Quote mit 86 Prozent
höher, bei den über 50-Jährigen liege sie mit 60 Prozent niedriger. Der Test könne gängige Diagnoseverfahren wie Mammografie, Ultraschall oder MRT erweitern, ließen die Forscher verlauten. Wissenschaftliche Veröffentlichungen stehen aus Prof. Dr. Christoph Lindner, Chefarzt der Frauenklinik sowie Leiter des Brustzentrums und Gynäkologischen Tumorzentrums im Agaplesion Diakonieklinikum, mahnt allerdings zur Vorsicht: „Bisher haben die Forscher das Produkt nur auf einem Kongress vorgestellt, wissenschaftliche Veröffentlichungen zu der Studie liegen nicht vor.“ Auch die geringe Datenbasis und die durchschnittliche Treffsicherheit des Tests seien nicht optimal. „Weil das Hauptkollektiv der Brustkrebspatientinnen über 50 ist, bedeuten
die Resultate, dass in dieser Kernzielgruppe fast die Hälfte der Tumore durch den Test nicht erkannt wird.“


Beitragsbild: © Jost Fink/MKH

Patientenveranstaltungen

Keine Veranstaltung gefunden

Neuigkeiten

Print Friendly, PDF & Email