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Körper, Seele, soziales Leben: Chronische Schmerzen ganzheitlich betrachtet

Körper, Seele, soziales Leben: Chronische Schmerzen ganzheitlich betrachtet


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„Ich habe Rücken“, „Meine Schulter schmerzt“, „Mein Knie macht das Treppensteigen zur Qual“ – über zwölf Millionen Menschen leiden hierzulande unter chronischen Schmerzen, am häufigsten im Bewegungsapparat. Besondere Herausforderung: die ganzheitliche Betrachtung der Beschwerden.

Mit rund 16 Prozent sind Erkrankungen des Bewegungsapparates die häufigste Ursache chronischer Schmerzen. Woher die Beschwerden kommen und wie sie wahrgenommen werden, ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. 

Multimodale Schmerztherapie 

„Die multimodale Schmerztherapie gilt aktuell als goldener Standard. Hier werden neben den Beschwerden am Bewegungssystem auch schmerzrelevante Faktoren aus Körper, Seele und sozialem Umfeld betrachtet und in die Behandlung integriert“ erklärt Dr. Jan Schilling, Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulen- und Neurochirurgie im Krankenhaus Tabea in Hamburg. „In unserem gerade erweiterten Schmerzzentrum arbeiten verschiedene Fachbereiche eng zusammen. Ziel ist ein individuelles Behandlungskonzept aus sportlichen Übungen, Atem- und Entspannungstechniken bis hin zu psychologischen Strategien. So kann der Weg zurück in ein möglichst schmerzfreies Alltagsleben gelingen.“

Besonderer Versorgungsbedarf der Altersklasse 60+ 

Menschen im Alter 60+ haben durch altersbedingte Verschleißerscheinungen oder frühere Operationen oftmals andere Grundvoraussetzungen als Jüngere und sind damit eine eigenständige Patient:Rpinnengruppe. „Speziell für die Älteren haben wir im Rahmen der teilstationären Schmerztherapie bereits Gruppen mit geriatrischem Schwerpunkt installiert“, berichtet Schilling. „Denn es geht nicht nur um den Bewegungsschmerz, sondern auch um den daraus resultierenden Teufelskreis aus psychischem und körperlichem Leid, den es zu durchbrechen gilt“, ergänzt Dr. Jan. H. Stork, Chefarzt der Anästhesie im Krankenhaus Tabea.

Fünf Fakten über chronischen Schmerz des Bewegungsapparates

„Das subjektive Schmerzempfinden können wir nicht objektiv messen, es gibt kein Schmerzthermometer“, weiß Dr. Schilling. Folgende fünf Faktoren entsprechen laut Schilling eher der Realität:

  1. Es muss nicht immer etwas kaputt sein, damit es schmerzt. 
  2. Schmerz ist eine natürliche Wahrnehmung, die wir aktiv beeinflussen können. 
  3. Bei Schmerzen ist meist nicht Bewegung das Problem, sondern das Nicht-Bewegen. 
  4.  Therapeutisch gibt es immer eine Option, um Betroffenen zu helfen. 
  5. Aktive Therapie (Physiotherapie und Reha) geht vor passiver Therapie (Medikamente etc.).

Beitragsbild: © Axel_Kock/shutterstock

 
 
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