Sucht braucht Hilfe

Sucht braucht Hilfe


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Nicht nur illegale Substanzen, auch das Feierabendbier oder Zigaretten können zum täglichen Muss werden. Wie kann man sich selbst oder anderen helfen, wenn es nicht mehr ohne geht?

„Zur Beratung kommt der Betroffene meist sehr spät“, berichtet Frank Ladwig, Leitung
Rekreationstherapie und Suchtberater am BG Klinikum Hamburg. Aus seiner Erfahrung haben Angehörige und Arbeitskollegen häufig das richtige Bauchgefühl, wenn etwas nicht stimmt. Zieht der Betroffene sich häufiger zurück oder ist öfter mal krank, lohnt es sich, aufmerksam zu sein.
In einer Beratung zeigt sich, wie Angehörige oder Kollegen helfen können und welche Form von Unterstützung die Beziehung zum Betroffenen aushält. Wichtig ist auch, für das Thema Sucht zu sensibilisieren, nicht aber den Betroffenen als Alkoholiker oder Ähnliches abzustempeln. Bei Widerstand gilt: Nicht gleich aufgeben!

„Suchtkranke sind nicht willensschwach“

Für Frank Ladwig hat eine Suchtkrankheit nichts mit einer Schwäche zu tun. Es kann prinzipiell jeden treffen, der versucht Stress oder andere Probleme auf ungesunde Art zu kompensieren. In einer Therapie geht es darum, herauszufinden, warum der Abhängige auf das Suchtmittel zurückgreift, und Handlungsalternativen zu entwickeln. „Der Betroffene muss in die Selbstaufmerksamkeit kommen“, so Ladwig. Dieser Weg der eigenen Reflexion ist individuell. Dabei können auch Hausärzte, kollegiale Suchtberater bei der Arbeit oder Selbsthilfegruppen erste Anlaufpunkte bieten.


Beitragsbild: © shutterstock.com

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