Reden ist Gold

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Der tragische Selbstmord von Fußballprofi Robert Enke im Jahr 2009 ist ein drastisches Beispiel dafür, welche Auswirkungen Wettbewerbsdruck auf Sportler haben kann. Seitdem erfährt das Thema psychische Erkrankungen, speziell Depressionen, im Leistungssport peu à peu eine größere Aufmerksamkeit.

Depressionen können grundsätzlich jeden treffen. Doch die besondere Wettbewerbssituation, in der sich Leistungssportler befinden, kann die Entwicklung einer Depression begünstigen“, sagt Dr. Catrin Mautner, Chefärztin der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf.

„Scham, Schuld sowie die Angst davor, von der Mannschaft oder dem Kader ausgeschlossen zu werden, hemmen Betroffene, über ihr Problem zu sprechen. Und diese Angst ist im deutschen Leistungssport durchaus real“, so Dr. Mautner weiter. Also trainieren die Sportler über ihre Belastungsgrenze hinaus, das Risiko für eine Depression wächst.

Was tun?

„Häufig hilft es von Depression betroffenen Leistungssportlern, mit jemandem zu sprechen, der ihren speziellen Alltagsrahmen kennt“, erklärt Dr. Mautner, die Mitglied des Referats für Sportpsychiatrie und -psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Physiotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) ist. Spezielle Sprechstunden für Leistungssportler können Betroffenen helfen, sich zu überwinden. Experten, wie Dr. Mautner, plädieren für eine Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen im Leistungssport. Seit 2009 sind Stiftungen – die bekannteste ist wohl die Robert-Enke-Stiftung – ins Leben gerufen worden, die ein Bewusstsein für die Thematik schaffen. Zudem gibt es Netzwerke wie das Ambulante Netzwerk Sportpsychiatrie und -psychotherapie (ANSPP). Neben einem breiten Beratungsangebot leisten diese Organisationen wertvolle Aufklärungsarbeit.

Bildquelle: © one line man/Shutterstock.com

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