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Schonender Weg zur Entfernung erkrankter Lymphknoten

Schonender Weg zur Entfernung erkrankter Lymphknoten


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Diagnose Brustkrebs: ein Schock! Besteht zusätzlich der Verdacht auf Metastasen im Lymphgewebe, ist die Diagnose doppelt belastend. Ein neues operatives Verfahren bei der Tumorentfernung sorgt für den Erhalt gesunden Gewebes, weniger Nebenwirkungen und mehr Lebensqualität nach der Erkrankung. 

MD Ahmed Abdel-Kawi

MD Ahmed Abdel-Kawi, Leiter des Zertifizierten Brustkrebszentrums im Marienkrankenhaus

Bei einer Brustkrebserkrankung sind Metastasen in den Lymphknoten leider keine Seltenheit. Vor allem eine Lymphknotenkategorie haben die Ärzte im Visier: die sogenannten Wächterlymphknoten (Fachbegriff: Sentinel-Lymphknoten) in der Achselhöhle. Denn dorthin gelangt der Lymphabfluss aus der Brustdrüse als erstes. „Wenn ein Tumor in die Lymphbahn streut, sind die Wächterlymphknoten in der Regel zuerst befallen“, erklärt MD Ahmed Abdel-Kawi, Leiter des Zertifizierten Brustkrebszentrums im Marienkrankenhaus Hamburg

Neue Therapie bei Lymphknotenbefall

Es gibt bestimmte Arten von Brustkrebs, die besonders aggressiv sind und daher mit einer Chemotherapie noch vor der Operation behandelt werden müssen. Bis vor ein paar Jahren war dabei noch eine komplette Entfernung der Lymphknoten Standard. Heute gibt es ein neues und wesentlich sensibleres Vorgehen: Zunächst werden mit der sogenannten Sentinel-node Biopsie (SLND) die Wächterlymphknoten identifiziert und mit einem winzigen Clip markiert. So können diese im Verlauf der Therapie genau beobachtet werden. Mit der Targeted Axilladissektion (TAD) werden die befallenen Lymphknoten bei erhöhtem Risiko gezielt entfernt. Auch wenn die Metastasen bereits durch die Chemotherapie geschrumpft sind, können wir sie durch die Markierung nach wie vor gut erkennen“, so MD Abdel-Kawi.

Nebenwirkungen und Krankheitsfolgen lindern

Die Methode eignet sich in erster Linie für Patientinnen, bei denen noch nicht alle Lymphknoten befallen sind: Durch die schonende Entfernung des erkrankten Gewebes bleiben die restlichen Lymphknoten erhalten. „Das bedeutet eine wesentlich niedrige Komplikationsrate. Auch andere Nebenwirkungen wie Schwellungen, Bewegungseinschränkung des Armes oder ein Lymphödem sind weitaus niedriger als bei einer vollständigen Entfernung“, betont MD Abdel-Kawi. 

 


Beitragsbild: © Prostock/Shutterstock.com

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